Kommunales

Ein Lammkadaver liegt auf einer Wiese. Immer öfter töten die Wölfe Weidetiere, obwohl sie diese als Nahrung gar nicht benötigen. (Foto: dpa/Michael Straußberger)

05.11.2020

"Bundesumweltministerin verschleiert und verharmlost die Situation"

Bauernverband warnt vor zu vielen Wölfen

Der Deutsche Bauernverband fordert eine Obergrenze für Wölfe in Deutschland. Die Zahl der Wölfe steige weiterhin rasant und sei inzwischen deutlich zu hoch, sagte Verbandspräsident Joachim Rukwied. Aktuell gebe es rund 1800 Wölfe in Deutschland, die eine Weidetierhaltung bald nicht mehr zuließen. "Nahezu täglich angefressene, zerfetzte, getötete Tiere auf den Weiden sind inakzeptabel, konterkarieren den Tierschutz und sind für unsere Tierhalter nicht zumutbar", sagte der Verbandspräsident.

"Geht auch um die Ängste der Menschen im ländlichen Raum"

Es wäre fahrlässig und würde zu unumkehrbaren Problemen für die Weidetierhaltung führen, wenn jetzt nicht regulierend eingegriffen werde, mahnte Rukwied. Es gehe aber nicht nur um die Existenzsorgen der Weidetierhalter, sondern auch um die Ängste der Menschen im ländlichen Raum. Diese dürften nicht unterschätzt werden, außerdem dürften das Bundesumweltministerium und das Bundesamt für Naturschutz "nicht länger die tatsächliche Situation verschleiern und verharmlosen".

Laut dem Bund Naturschutz gab es im Jahr 2017 den ersten wilden Wolfsnachwuchs in Bayern seit 150 Jahren. Eine Übervermehrung hält der Bund Naturschutz allerdings für nicht möglich, weil ein standorttreues Wolfspaar keine weitere Artgenossen in seinem Revier duldet. Eindringende fremde Wölfe werden verjagt oder totgebissen. Außerdem sei der Wolf immer noch gefährdet durch illegalen Abschuss, Kollisionen mit Autos oder die Zerstörung seines Lebensraumes, heißt es auf der Homepage des Bund Naturschutzes. (epd)

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