Kommunales

Die Wasserqualität wird immer schlechter. (Foto: Hartl)

29.02.2016

Die Bachforelle ist in ihrer Existenz bedroht

Schuld sind vor allem die Hitze und Trockenheit der vergangenen Sommer und die wachsende Zahl an Wasserkraftwerken mit Staustufen

Die heimische Bachforelle ist einer der bekanntesten und beliebtesten Speisefische in der Region. Sie benötigt als Lebensraum saubere, kühle, nährstoffarme und sauerstoffreiche Gewässer und gilt daher als Indikator für die Wasserqualität. Diese jedoch ist vielerorts mangelhaft. In der Folge verringern sich die Fischpopulationen zunehmend. Die Lage ist heikel und die Ursachen dafür sind vielfältig. Grundlage für eine erfolgreiche natürliche Vermehrung von Fischen sind geeignete Laichplätze. Doch schon daran hapert es oft. Bachforellen müssen zur Eiablage in Bächen und Flüssen zu den Kiesbänken der Oberläufe hinaufwandern. Auf dem Weg dorthin begegnen ihnen bereits zahlreiche Hindernisse in Form von Querbauwerken. Ob Staustufe oder Wasserkraftwerk – ist die Durchgängigkeit eines Gewässerabschnittes behindert, gibt es für wandernde Fische oft kein Weiterkommen mehr. Die Fischereifachberatungen der Bezirke haben deshalb in den vergangenen Jahren in über hundert Projekten sogenannte „Fischwanderhilfen“ installiert, mit deren Hilfe die Fische Barrieren einfach überwinden können. Erreicht ein Fisch tatsächlich den Laichplatz, wartet das nächste Problem. Die Eier, die in lockeren Kies gelegt und anschließend damit bedeckt werden, benötigen für ihre Entwicklung die kontinuierliche Sauerstoffversorgung durch das sogenannte Kieslückensystem. Auf vielen Gewässergründen lagern sich durch Straßenbau und Einträge aus der Landwirtschaft allerdings zunehmend Feinsedimente in Form von Schlamm ab und unterbrechen die Sauerstoffzufuhr der darunterliegenden Eier. Damit droht dem Nachwuchs der Erstickungstod, noch bevor er geschlüpft ist.

Auch für Äsche oder Elritze sieht es nicht gut aus


Auch für andere Fischarten wie Äsche oder Elritze wird die Fortpflanzung durch die Sedimentierung erheblich erschwert, wie eine Studie des Bezirks Oberfranken und der Hochschule Magdeburg-Stendal im Jahr 2015 ergab. Mögliche Maßnahmen seien etwa die naturnahe Stabilisierung der Gewässerränder oder die Anlage von Feuchtflächen zum Wasser- und Sedimentrückhalt.
Insbesondere in den letzten Jahren kamen noch ungeahnte Erschwernisse hinzu: die große Hitze und die extreme Trockenheit, die die Austrocknung und Überhitzung der Gewässer zur Folge hatten. Da Teiche und Bäche aufgrund des Wasser- und Sauerstoffmangels umzukippen drohten, starteten unter Beteiligung der Fischereifachberatung und der Lehranstalt für Fischerei im oberfränkischen Aufseß großangelegte Fischrettungsaktionen, bei denen möglichst viele Fische im letzten Moment umgesiedelt wurden. Um die Bestände der heimischen Fischarten zu erhalten, widmet sich die Lehranstalt für Fischerei außerdem der Aufzucht von Jungfischen, die später ausgewildert werden. Die Bestände der gefährdeten Arten können so gezielt unterstützt oder gegebenenfalls aufgestockt werden.(Christian Porsch)

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