Kommunales

Die Donau im Landkreis Deggendorf im Jahr 2019. (Foto: dpa)

22.07.2026

Donauausbau ermöglicht Kommunen neue Baugebiete

In den Landkreisen Deggendorf und Passau kann es den meisten Lokalpolitikern mit der Verbesserung des Hochwasserschutzes nicht schnell genug gehen. „Wir wissen, dass der Hochwasserschutz in der Heimat oberste Priorität hat. Europa ist bei der Genehmigung, aber auch der Finanzierung tätig“, sagt auch EVP-Chef Manfred Weber

Die Menschen in den niederbayerischen Landkreisen Deggendorf und Passau leben nicht nur an der Donau – sie leben mit der Donau, mit allen Konsequenzen. Der Fluss bietet nicht nur Erholung und Freizeitmöglichkeiten – immer wieder richtet sich der sorgenvolle Blick von Bürgern und Politik auch auf den Pegelstand. Denn die Region wird oft von Hochwasser geplagt, und spätestens seit der großen Flut 2013 wünschen sich alle, die dort leben, mehr Hochwasserschutz.

Im Zuge des Donauausbaus sollen die Gemeinden vor einem Jahrhunderthochwasser geschützt werden. Darum wurde jedoch jahrzehntelang erbittert gestritten – Sicherheit und eine bessere Schiffbarkeit standen im Widerstreit zum Naturschutz.

Skeptische Bauern

Zwischen Straubing und Deggendorf ist der Donauausbau mittlerweile weit gediehen. Nun folgt die zweite Stufe zwischen Deggendorf und Vilshofen. Dabei sind auch die Bauern gefragt, denn es werden Grundstücke gebraucht. Nach Abschluss der Umweltverträglichkeitsprüfung durch die EU-Kommission im Februar und der weiteren Planungsverfahren steht der baldige Beginn der Maßnahme an.

Deshalb hat sich Manfred Weber, niederbayerischer CSU-Europaabgeordneter und EVP-Partei- und Fraktionschef, jetzt bei Deggendorfs Landrat Bernd Sibler (CSU) und Niederalteichs Bürgermeister Julien Pursch (CSU) sowie weiteren Bürgermeistern der Anrainergemeinden über deren Wünsche informiert. „Wir wissen, dass der Hochwasserschutz in der Heimat oberste Priorität hat. Europa ist bei der Genehmigung, aber auch der Finanzierung tätig“, erklärte Weber.

Landrat Sibler stellte sich voll hinter die Maßnahme: „Seit dem Ausbau zwischen Straubing und Deggendorf haben wir deutlich niedrigere Wasserstände“, sagte er. Die Entscheidung der EU-Kommission vom Februar sei „sehr gut“. Sibler hofft, dass dadurch mehr Landwirte bereit sein werden, ihre Flächen dafür bereitzustellen. Bisher verlaufe der Ankauf dieser Grundstücke „manchmal zäh“. Er hofft, dass es nicht zu Enteignungen kommen muss. Sibler äußerte aber auch Verständnis, dass die Grundstücksbesitzer zunächst abgewartet haben, wann die Entscheidung für die zweite Stufe des Donauausbaus fällt. Nun seien sie aber gefragt.

Fast alle Bürgermeister dafür

Fast alle Bürgermeister begrüßen die Maßnahme. Julien Pursch freut sich, dass dadurch in seiner Gemeinde wieder Bauen möglich sein wird – wenn auch mit entsprechenden Auflagen wie sogenannten Opfergeschossen, bei denen das Erdgeschoss nicht als Wohnfläche genutzt wird. Sein Kollege in Winzer, Bürgermeister Karl-Heinz Baumgärtner (parteilos), ist allerdings nicht vollends zufrieden, da nicht die gesamte Gemeinde vom Hochwasserschutz profitiere. Seine Gemeinde müsse rund 100 Hektar neues Vorland zur Verfügung stellen und sich bei zwei Einzelprojekten an den Kosten beteiligen.

Künzings Bürgermeister Siegfried Lobmeier (CSU) kann der Start des Donauausbaus jedoch gar nicht schnell genug gehen, er befürchtet aber, dass die Fertigstellung noch bis 2032 oder 2033 dauern wird: „Bis dahin müssen wir noch lange zittern.“ Auch Landrat Sibler hofft auf eine schnelle Umsetzung. Die Kosten beziffert er mit einigen Hundert Millionen Euro. (Melanie Bäumel)
 

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