Kommunales

Der gebürtige Neuburger Magel (70) wirkte unter anderem als TU-Professor und Regierungsberater in Kambodscha und Georgien. (Foto: Schweinfurth)

13.02.2015

"Ein Heimatdialog mit klaren Ergebnissen muss her"

Holger Magel, Präsident der Bayerischen Akademie Ländlicher Raum, fordert ein Gesamtkonzept, wie man künftig mit Stadt und Land im Freistaat umgehen will

Gewerbegebiete an Autobahnausfahrten, Abwanderung aus ländlichen Gebieten und ein immer unbezahlbareres, weil am eigenen Erfolg zu ersticken drohendes München – über all diese Aspekte und die dringende Notwendigkeit der politischen Steuerung sprachen wir mit Professor Holger Magel, Präsident der Bayerischen Akademie Ländlicher Raum und Mitglied der Enquetekommission „Gleichwertige Lebensverhältnisse in ganz Bayern“.

BSZ Herr Magel, wie bewerten Sie den ersten Heimatbericht von Staatsminister Markus Söder?
Magel Endlich gibt es einen Minister, der das Thema spektakulär und gekonnt in die Öffentlichkeit bringt. Dazu kann man nur gratulieren. Andererseits besteht nun die Gefahr, dass die verkündeten guten Durchschnittswerte zum ländlichen Raum das öffentliche und politische Interesse von den tatsächlich vorhandenen Detailproblemen in den Dörfern und Landgemeinden wieder ablenkt, gemäß dem Motto: „Na also, so schlimm ist das alles ja gar nicht. Die jammern halt gerne“. Mehr denn je geht es aber um durchgreifende räumliche Gerechtigkeit für alle Räume und Gemeinden in Bayern!

BSZ Mit dem Heimatbericht sind die Probleme der Abwanderung aus Nord- und Ostbayern und der Überhitzung Münchens doch noch nicht gelöst?
Magel Nein, natürlich nicht. Denn es gibt ja bisher nur Teilantworten der Politik darauf, sowohl was die überhitzten Ballungsräume wie auch die ländlichen Regionen angeht. Es fehlt schlicht ein Gesamtkonzept. Nur bisherige Fördermittelpolitik fortsetzen, Breitband etablieren oder Behörden zu verlagern, genügt natürlich nicht. Die meines Erachtens noch unvollständige Heimatstrategie des Finanzministeriums muss deshalb dringend zu einer wirklichen Gesamtstrategie für Bayern und hier zu einem Konzept aller Ministerien für städtische und ländliche Räume ausgebaut werden. Im Moment hat das zu viel Schlagseite ländlicher Raum, der aber ganz sicher auch der verstärkten und von gegenseitigem Nutzen getragenen Kooperation mit den Städten bedarf.

BSZ Was muss denn noch geschehen?
Magel Bezüglich strukturschwacher ländlicher Räume muss man vor allem Firmen mit qualifiziertem Arbeitsplatzangebot hinauslocken aufs Land und zwar in die dortigen Kleinstädte oder geeigneten Landgemeinden. Das fordert ja auch Gemeindetagspräsident Uwe Brandl seit Jahren.

BSZ Aber aus dem Wirtschaftsministerium und dort speziell von der Ansiedlungsagentur Invest-in-Bavaria hört man immer, dass alle Unternehmen nach München wollen.
Magel Das sollte man wirklich mal im größeren Kreis, vor allem auch mit Gemeinde- und Landkreistag und der Wissenschaft besprechen. Nur so kann man überzeugende Angebote entwickeln und zusammen mit den Ländlichen Regionen aktiv den in vieler Hinsicht attraktiven Standort ländlicher Raum bewerben... Lesen Sie das vollständige Interview in der gedruckten Ausgabe der Bayerischen Staatszeitung vom Freitag, 13. Februar 2015.

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