Kommunales

Eine Krippenerzieherin im Landkreis Regen betreut im Schnitt 5,6 Kinder, während in Straubing das Verhältnis mit 2,3 Kindern deutlich günstiger aussieht. (Foto: dpa/Marcus Führer)

26.09.2019

In Bayern fehlen 7200 Fachkräfte in Kitas

Die Situation in den Kinderkrippen und Kindergärten Bayern ist weiter angespannt: Zu wenig Personal kümmert sich um zu viele Kinder. Die Bertelsmann Stiftung empfiehlt, den Beruf attraktiver zu machen.

 In den Kindergärten und Tageseinrichtungen Bayerns hat sich in den vergangenen zehn Jahren viel getan - doch es fehlt noch immer an Personal für eine kindgerechte Erziehung. Dem neuen Ländermonitor der Gütersloher Bertelsmann Stiftung zufolge fehlen derzeit zwischen Garmisch und Hof rund 7200 Fachkräfte in Kindereinrichtungen.

Zwar habe es in den vergangenen Jahren zum Teil deutliche Verbesserungen gegeben. Von 2008 bis 2018 sei die Zahl der pädagogischen Kräfte von knapp 52 000 auf mehr als 87 000 gestiegen. Doch die von etwa 390 000 auf mehr als 473 000 gestiegene Zahl der zu betreuenden Kinder relativierte die Personalerhöhung wieder.

Mit Stand vom März 2018 muss eine Kindergarten-Erzieherin in Bayern im Schnitt 8,4 Kinder in Kindergartengruppen betreuen. Die Experten der Bertelsmann Stiftung empfehlen einen Schlüssel von maximal 7,5 Kinder pro Erzieherin. In Krippen sind es noch weniger. Hier sollten maximal drei Kinder auf eine Fachkraft kommen. Die Realität in Bayern liegt hier im Durchschnitt bei 3,7 Kindern. Die Tatsache, dass das Personal nicht seine volle Arbeitszeit für die Kinderbetreuung aufbringen könne, sondern auch organisatorische Tätigkeiten zu erledigen habe, sei bei der Betrachtung sogar noch außer Acht gelassen worden.

Große Unterschiede innerhalb des Freistaats


"Der zusätzliche Personalbedarf in Bayern ist immer noch hoch", sagte Kathrin Bock-Famulla, Bildungsexpertin der Bertelsmann Stiftung. "Die Personalschlüssel haben sich zwar verbessert, sind aber noch nicht kindgerecht", betonte sie.

Hinzu komme, dass es innerhalb Bayerns große Unterschiede gebe. Eine Krippenerzieherin im Landkreis Regen betreue im Schnitt 5,6 Kinder, während in Straubing das Verhältnis mit 2,3 Kindern deutlich günstiger aussieht. Bei den etwas älteren Kindern im Kindergartenalter ist das Missverhältnis noch deutlicher: In Kulmbach hat es eine Erzieherin mit 11,4 Kindern zu tun, im Kreis Weilheim-Schongau nur mit 7,4.

Die Bertelsmann Stiftung schlägt vor, die Attraktivität des Erzieher-Berufes zu erhöhen - etwa durch eine kostenlose Ausbildung, eine angemessene Ausbildungsvergütung und eine Renten- und Sozialversicherungspflicht für die Ausbildungsgänge. Die Ausbildung solle bundesweit angeglichen werden, damit Erzieher in allen Ländern ohne Probleme arbeiten könnten. (Michael Donhauser, dpa)

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