Kommunales

Abgebaute Antennen auf dem Hilton-Gebäude sorgen für Ärger. (Foto: Stäbler)

07.02.2026

Kein Anschluss für die Großkopferten

Ausgerechnet im noblen Herzogpark in München-Bogenhausen, wo viele Prominente und Wirtschaftsgrößen leben, klafft seit Monaten ein großes Funkloch

Der Herzogpark in Bogenhausen gehört wahrlich nicht zu den übelsten Ecken Münchens. Die Isar und der Englische Garten sind in Sichtweite, das quirlige Schwabing nur einen Spaziergang entfernt, zugleich geht’s hier ruhig und gediegen zu, und obendrein gibt es eine große Auswahl an exquisiten Immobilien. So sorgte kürzlich eine Villa im Herzogpark für Aufsehen, die für 47 Millionen Euro den Besitzer wechselte – mithin der höchste Verkaufspreis, den ein Einfamilienhaus im Stadtgebiet je erzielt hat.

Zuletzt jedoch sorgte das Nobelviertel jedoch auch in anderer Hinsicht für Schlagzeilen. Denn ausgerechnet hier, wo man für ausgewählte Häuser oder Wohnungen auch mal 15 000 Euro je Quadratmeter hinblättert, hat sich Münchens wohl bekanntestes Funkloch aufgetan. So bleiben rund um den Tucher- und Herzogpark nun schon seit mehreren Monaten die Handys oft stumm. Der Grund ist ein schwaches Mobilfunknetz, worunter Kundinnen und Kunden von Vodafone und Telekom leiden.

„In meiner Wohnung habe ich so gut wie keinen Handyempfang“, berichtet etwa ein Anwohner, der in der Mauerkircherstraße lebt. „Und mobile Daten gehen gar nicht.“ Ähnliche Probleme hätten viele seiner Nachbarinnen und Nachbarn, sagt der Anwohner. Der frühere BR-Chefredakteur Sigmund Gottlieb hat via der Boulevardzeitung tz seinen Unmut darüber kundgetan, dass er sich zum Mailen oder Telefonieren in eine bestimmte Ecke seines Wohnzimmers stellen müsse, wo zumindest ab und zu ein Empfangsbalken auf dem Handy auftauche.

Anbieter versprechen baldige Abhilfe

Grund für den Funkloch-Frust ist die Sanierung des Hilton-Hotels im Tucherpark. Auf dessen Dach standen laut einem Sprecher der Telekom Sendeantennen, die aufgrund der Bauarbeiten im Juni entfernt wurden. Das Hotel sei wegen seiner Lage und Höhe ideal gewesen, um die Umgebung zu versorgen, teilte der Sprecher im vergangenen Herbst mit. „Die Suche nach einem neuen Mobilfunkstandort in diesem Bereich war leider erfolglos.“

Auch bei Vodafone räumt ein Konzernsprecher ein, dass der Abbau der Anlage auf dem Hotel zu „Einschränkungen“ geführt habe. Diese würden „von einem schwächeren Netz bis hin zum Totalausfall bei einzelnen Kunden“ reichen. Ursprünglich habe Vodafone nahebei einen mobilen Mobilfunkmast auf städtischem Grund aufstellen wollen, so der Sprecher. Doch dies habe das Rathaus nicht genehmigt.

Inzwischen habe der Konzern jedoch einen Standort für einen mobilen Funkmasten auf Privatgrund gefunden, teilt Vodafone mit. Sobald hierfür ein statisches Gutachten vorliege, werde die Anlage aufgebaut und angeschlossen. Anschließend müsse sie noch ins Münchner Mobilfunknetz sowie in das weltweite Telekommunikationsnetz für Sprach- und Datenübertragung integriert werden.

Die Vermietbereitschaft ist nicht hoch genug

Sei das einmal erledigt, sollte das Funkloch endgültig Geschichte sein – und das nicht nur bei Vodafone, sondern auch bei der Telekom. Schließlich wird die Firma ihrem Sprecher zufolge den mobilen Funkmasten des Konkurrenten mitnutzen. Davon abgesehen habe sich die Situation in Bogenhausen ohnehin „etwas entspannt“. So hätten Anpassungen an bestehenden Standorten „messbare Verbesserungen“ gebracht, sagt der Sprecher. Gleiches erwarte man sich von zwei mobilen Anlagen im Tucherpark.

Generell zeige sich am Beispiel Bogenhausens jedoch ein Problem, das die Telekom in vielen Städten und Gemeinden habe: „Die Vermietbereitschaft ist nicht hoch genug“, moniert der Konzernsprecher. Ihm zufolge liegt das auch daran, dass das Thema Mobilfunk in der Öffentlichkeit ausschließlich in zwei Formen vorkommt: „a) Dem Ärger über Funklöcher und b) Dem Ärger über einen neuen Mobilfunkmasten.“

In Bogenhausen jedenfalls sehnen viele Menschen die Errichtung des mobilen Vodafone-Masten herbei. Damit Münchens bekanntestes Funkloch endlich gestopft wird. (Patrik Stäbler)

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