Kommunales

Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) während der Meisterfeier des FC Bayern München nach der Saison 2024/2025. (Foto: dpa/Marcel Engelbrecht)

04.03.2026

Lügenvorwurf im Münchner Stadtrat: Kritik an OB Reiter wächst

Kurz vor der OB-Wahl eskaliert der Streit um Dieter Reiters Posten beim FC Bayern: Im Stadtrat steht nun sogar der Vorwurf im Raum, der SPD-Amtsinhaber habe die Unwahrheit gesagt

Die Kritik an Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) für sein Aufsichtsrats-Amt beim FC Bayern München reißt kurz vor der Kommunalwahl nicht ab. Inzwischen steht sogar die Frage im Raum, ob er dem Stadtrat die Unwahrheit über seine Tätigkeit gesagt hat.

Er stehe bislang nicht als Aufsichtsrat im Handelsregister, hatte Reiter in der Vollversammlung des Stadtrates angegeben - und an einer Sitzung im Februar habe er nur „als Gast“ teilgenommen. Damit wollte er betonen, dass er den Stadtrat nicht - wie von mehreren Parteien kritisiert - bei der Aufnahme seiner neuen Nebentätigkeit übergangen hat.

Allerdings liegt am Amtsgericht München, wo der FC Bayern im Handelsregister eingetragen ist, eine erst kürzlich vom Verein eingereichte neue Aufsichtsrats-Liste vor, wie im Register einsehbar ist. Und auf dieser ist Reiter bereits vermerkt. Datiert ist die Liste auf den 23. Februar. Als „Bekanntmachungsdatum“ der eingereichten Liste hat das Handelsregister den 4. März vermerkt.

Vorwürfe aus der Opposition

Die ÖDP wirft dem Oberbürgermeister nun vor, gelogen zu haben. „Er hat heute alle belogen und behauptet, er sei nur als Gast bei der Aufsichtsratssitzung der FC Bayern AG dabei gewesen. Der FC Bayern hat ihn allerdings beim Amtsgericht bereits als Aufsichtsratsmitglied benannt“, sagte der Vorsitzende der ÖPD-Fraktion, Tobias Ruff.

Die Fraktion von Die Linke und Die Partei sieht „eine Verletzung des Beamtenrechtes“: „Dieter Reiter ist Teil des Aufsichtsrates der FC Bayern München AG und hätte dementsprechend den Stadtrat damit befassen müssen.“

„Der Stadtrat hätte vor der Aufnahme einer solchen Nebentätigkeit befasst werden müssen“, betonte auch Ruff und warf anderen Parteien „beispiellose Klüngelei“ vor. Mit der Mehrheit von SPD, CSU und FDP waren Dringlichkeitsanträge abgelehnt worden, wonach der Stadtrat sich noch vor der Kommunalwahl an diesem Sonntag mit der Thematik befassen hätte sollen. Jetzt soll das erst in der nächsten oder übernächsten Vollversammlung Thema werden.

Der FC Bayern hatte Anfang Februar mitgeteilt, dass Reiter Nachfolger von Bayerns Ex-Ministerpräsident Edmund Stoiber an der Spitze des Verwaltungsbeirates und damit auch im Aufsichtsrat wird. (dpa)

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