Kommunales

In Bayern werden dicke Herren der Schöpfung gern verharmlosend mit "gstandenes Mannsbild" umschrieben. (Foto: dpa/Stephan Goerlich)

05.11.2019

Mehrheit der Bayern mag keine dicken Menschen

Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa für die Krankenkasse DAK Bayern

Hübsch verpackt in Dindl und Lederhosen werden Gwamperte gern als fesches Frauenzimmer oder gestandenes Mannsbild bezeichnet. Im Alltag jedoch stoßen dicke Menschen auch in Bayern häufig auf Vorbehalte. Manche Befürchtungen sind auch gerechtfertigt.

Viele Bayern stehen dicken Menschen einer Umfrage zufolge mit Vorbehalten gegenüber. So werden Betroffene zwar von 43 Prozent der Befragten als gesellig angesehen, doch fast genauso viele finden allzu viele Kilos auf den Rippen unästhetisch. Vier Prozent der Bayern meiden sogar den Kontakt zu dicken Menschen, wie eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa ergab. Sie wurde von der Krankenkasse DAK Bayern in Auftrag gegeben und liegt der Nachrichtenagentur dpa exklusiv vor.

Aus der Umfrage geht auch hervor, dass viele Menschen extrem Übergewichtige - also Fettleibige - in vielen Bereichen als benachteiligt beziehungsweise eingeschränkt ansehen - sei es bei der Gesundheit, der Mobilität, im Job oder beim Sex.

So sehen vier von fünf Befragten negative Auswirkungen von Fettleibigkeit auf die Gesundheit. Die große Mehrheit ist dabei der Überzeugung, dass starkes Übergewicht das Risiko für Bluthochdruck, Diabetes, Herzinfarkt und Schlaganfälle deutlich erhöht. Unfruchtbarkeit und Krebs hingegen werden fälschlicherweise nur von wenigen in Zusammenhang gebracht. "Adipositas ist eine Volkskrankheit und gilt als Auslöser für mehr als 60 Begleiterkrankungen, darunter Diabetes mellitus Typ 2, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs", betont daher die Leiterin der DAK Bayern, Sophie Schwab.

Betroffene selbst schätzen Lage weniger schlimm ein

Bei der Mobilität im Alltag sehen 62 Prozent der Befragten Einschränkungen für adipöse Menschen. 42 Prozent rechnen mit mangelnder sozialer Anerkennung, jeweils rund 30 Prozent unterstellen Fettleibigen schlechtere Karrierechancen und Einschränkungen bei Liebe und Sexualität. Die Lebensfreude hingegen sehen nur 16 Prozent tangiert.

Interessant dabei: Die extrem Übergewichtigen selbst schätzen die Auswirkungen auf Gesundheit und Mobilität als deutlich weniger gravierend ein als der Durchschnitt, auch die Lebensfreude bewerten sie positiver. Doch in den anderen Bereichen sehen sie ihre Lage jeweils ein paar Prozentpunkte düsterer als der Schnitt.

Für die repräsentative Studie waren 1000 erwachsene Bayern zu ihrer Einstellung gegenüber Übergewicht und Fettleibigkeit befragt worden. Davon schätzten sich 40 Prozent als normalgewichtig, 41 Prozent als etwas übergewichtig und 11 Prozent als sehr übergewichtig ein. (Elke Richter, dpa)

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