Kommunales

Der Stadtrat hatte im Juni einer Erhöhung und Ausweitung der Zulage für unter anderem Kindergärtnerinnen und Altenpflegerinnen zugestimmt. (Foto:

25.09.2019

München-Zulage: Freie Träger sauer auf die Landeshauptstadt

Die übrigen Anbieter befürchten, mit städtischen Einrichtungen nicht mehr mithalten zu können

Die Träger der freien Wohlfahrtspflege sind verstimmt über das Vorgehen der Landeshauptstadt bei der München-Zulage. Diese erhalten bisher Beschäftigte der Stadt mit niedrigem und mittlerem Einkommen, um die überdurchschnittlichen Lebenshaltungskosten in München etwa zu kompensieren. Der Stadtrat hatte im Juni einer Erhöhung und Ausweitung der Zulage zugestimmt. Die freien Träger, wie zum Beispiel die evangelische Innere Mission, befürchten Nachteile - denn: bislang ist unklar, wie auch deren Beschäftigten von der neuen Zulage profitieren sollen. Die Bewerberzahlen bei freien Trägern seien im Kita-Bereich schon jetzt zurückgegangen.

Die Abteilungsleiterin für die Kindertagesbetreuung bei der Inneren Mission, Margit te Brake, erläutert, dass die Stadt München den freien Trägern wie etwa der Inneren Mission zwar versprochen hat, dass auch deren Beschäftigte die neuen Zuschüsse erhalten sollen - doch das Wie sei völlig unklar. Die Stadt als Arbeitgeber könne also "schon jetzt mit einer Erhöhung der München-Zulage werben, andere Träger wie wir können das noch nicht", erläuterte te Brake. Sie hätte sich gewünscht, dass die Landeshauptstadt die Erhöhung der Zulage sowie die Details zunächst mit den freien Trägern erst abgestimmt hätte - und alle dann gemeinsam damit an die Öffentlichkeit gegangen wären.

Angst vor einem "Mehrklassensystem"

Bei der Erhöhung der Zulage geht es nicht um Peanuts: Die bisherige Zulage von 135 Euro für untere und mittlere Einkommen wird ab 2020 verdoppelt, höhere Einkommensgruppen erhalten erstmals eine Zulage von 135 Euro. Zudem erhalten städtische Beschäftigte ein kostenloses Job-Ticket für den Münchner Verkehrsverbund (MVV). Gerhard Prölß, Geschäftsführer der gemeinnützigen Hilfe im Alter GmbH, einer Tochter der Inneren Mission, befürchtet "ein Mehrklassensystem" im Großraum München. Die Mitarbeiter würden sich auf dem engen Personalmarkt in die Stadt München orientieren, da in den Landkreisen keine oder eine geringere Zulage gezahlt werde und es kein Job-Ticket gebe.

Te Brake stellt klar, dass höhere Einkommen für Beschäftigte im sozialen Bereich natürlich wünschenswert und auch verdient wären. Durch die momentane Einseitigkeit bei der München-Zulage drohe freien Trägern aber ein personeller Aderlass. (epd)

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Kommentare (1)

  1. Mimimi vor 3 Wochen
    Wie wäre es, wenn die freien Träger ihre Arbeitnehmer, dahingehend entlohnen, dass hier keine Konkurrenz zu befürchten ist.

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