Kommunales

Um den scheidenden Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter war es zuletzt ruhig geworden. Jetzt wurde bekannt, dass er ein Versprechen eingelöst hat. (Foto: dpa, Wolfgang Maria Weber)

15.04.2026

Nach Wahlniederlage: Dieter Reiter löst Versprechen ein

Der scheidende Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter spendet viel Geld an zwei Münchner Vereine - aus gutem Grund. Auch bei Instagram trifft der 67-Jährige eine Entscheidung

Der scheidende Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) hat die Einnahmen aus seiner Nebentätigkeit beim FC Bayern wie versprochen gespendet. Die "Spielstadt Mini-München" und das Fußball-Projekt "buntkicktgut" bedankten sich auf Instagram für das Geld. Man habe jeweils 45.000 Euro erhalten, bestätigte ein Sprecher von "buntkicktgut" auf Anfrage. Reiter unterstütze damit Projekte, die für Zusammenhalt, Integration und Demokratie stünden. Zuvor hatte die Münchner "Abendzeitung" berichtet.

Versprechen eingelöst

Damit löste Reiter ein Versprechen ein, dass er nach seinem überraschend schlechten Abschneiden bei der ersten Runde der Kommunalwahlen gegeben hatte. Der 67-Jährige reagierte damit auf heftige Kritik an seiner Tätigkeit für den Fußballclub. Die Posten im Verwaltungsbeirat und im Aufsichtsrat hatte sich der erfahrene Kommunalpolitiker nicht vom Stadtrat genehmigen lassen. Als die Kritik immer lauter wurde, gab er beide Mandate zurück und versprach, seine Einkünfte in Höhe von insgesamt 90.000 Euro zu spenden. Den Chefsessel im Rathaus konnte er damit nicht mehr retten - bei der Stichwahl am 22. März unterlag Reiter deutlich dem Grünen-Politiker Dominik Krause. 

Seit er am Wahlabend das Ende seiner politischen Karriere angekündigt hat, war Reiter nicht mehr öffentlich aufgetreten. Eigentlich wäre der 67-Jährige noch bis Ende April als Oberbürgermeister im Amt. Doch wegen einer ernsthaften Herz-Kreislauf-Erkrankung ist er krankgeschrieben und Krause führt bereits vor seinem eigentlichen Amtsantritt im Mai die Geschäfte. 

Instagram-Account ist stillgelegt

Auch aus den sozialen Medien zog sich Reiter zurück. So waren am Morgen nach der Stichwahlniederlage sein Profil auf Facebook sowie sein Whatsapp-Kanal verschwunden. Sein Instagram-Profil mit rund 63.400 Followern ging kürzlich wieder online, allerdings ohne neue Beiträge, nur mit Profilbild und Beiträgen zu früheren Ereignisse. Am Dienstag hieß es dann: "Dieser Account ist stillgelegt". 

Abschied von Münchnern geplant

Einfach so abtauchen will Reiter aber offenbar nicht. "Selbstverständlich werde ich mich von den Münchnerinnen und Münchnern noch in geeigneter Form verabschieden und die Amtsgeschäfte persönlich an meinen Nachfolger übergeben", hatte er bei der Bekanntmachung seiner Erkrankung ebenfalls mitgeteilt. Krause soll am 11. Mai offiziell in sein Amt eingeführt werden. (dpa)
 

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