Kommunales

Aufgrund seiner Arbeitsweise benötigte Kuhnlein – er fräst seine expressiven Figuren mit der Kettensäge aus Baumstämmen – mehr als zwei Jahre für das Projekt. (Foto: Bezirk Oberbayern)

16.10.2020

Narrenschiff macht am Schafhof fest

Ausstellung mit Werken von Andreas Kuhnlein im Europäischen Künstlerhaus des Bezirks Oberbayern

Nach mehr als zwei Jahren Vorbereitungszeit zeigt der Bildhauer Andreas Kuhnlein zum Jubiläum des Künstlerhauses mit dem „Narrenschiff“ ein großes Ensemble Holzfiguren. Diese wurden teilweise extra für die Ausstellung angefertigt. Der Figurenzyklus hat eine lange Geschichte. Den Anfang machte vor knapp drei Jahrzehnten ein Buch-Geschenk, das Kuhnlein von einem Bekannten erhielt: „Das Narrenschiff“ von Sebastian Brant, erstmals erschienen im Jahr 1494. Der Künstler war fasziniert von den Schilderungen menschlicher Laster, Fehlverhalten und närrischer Unvernunft des Menschen.

Als Kuhnlein 2009 von der Stadt Traunstein zu einer Einzelausstellung in den Kunstraum Klosterkirche eingeladen wurde, entschloss er sich, das Narrenschiff in einer 133-teiligen Installation künstlerisch umzusetzen. Die Szenerie ist in zwei Bereiche gegliedert. In einem rotbraun eingefärbten Hackschnitzel-Feld werden Menschen gezeigt, denen das vermeintlich Bedeutsame wichtiger ist als alles andere. Bar jeder Vernunft recken sie Attribute und „Heiligtümer“ in die Luft, den drohenden Untergang ignorierend. Im zweiten, anschließenden Feld, auf festem Boden, sieht man Szenerien menschlicher Handlungsweisen mit offenem Ausgang. Es ist ein Wechselspiel zwischen Untergangsszenario und vernunftbestimmter Handlungsweisen.

Szenerie ist in zwei Bereiche gegliedert


Die Installation hält den Menschen den Spiegel vor. Sie zeigt eine zeitgenössische Darstellung von Figurentypen und Gebärden, die in der Kunstgeschichte immer wieder neu bearbeitet werden. Ausgehend vom Motiv des führerlosen Schiffes, das zuerst von Platon beschrieben wurde, führt Kuhnlein die Beobachtung und Ikonografie universeller Formen und Gebärden in seiner unverwechselbaren Formensprache fort. In der Ausstellung im Europäischen Künstlerhaus sind nun mehrere zusätzliche Figuren zu sehen, die Bezug nehmen auf die reiche Geschichte Freisings und des Schafhofs.

Aufgrund seiner Arbeitsweise benötigte Kuhnlein dazu mehr als zwei Jahre für die bildhauerische Gestaltung. Der Künstler, der dafür bekannt ist, dass er seine expressiven Figuren mit der Kettensäge aus Baumstämmen fräst, ist für den Bezirk kein Unbekannter: Er stellte bereits in der Galerie Bezirk Oberbayern und in der Fachberatung Heimatpflege aus und erhielt 2009 für sein Schaffen den Oberbayerischen Kulturpreis. (Constanze Mauermayer)


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