Kommunales

Voll ist es oft auf dem Oktoberfest - im vergangenen Jahr war es teils an manchen Stellen überfüllt. (Foto: dpa)

29.04.2026

Neues Konzept: Mehr Musik für mehr Sicherheit auf der Wiesn

Im vergangenen Jahr schrammte das Münchner Oktoberfest womöglich nur knapp an einer Katastrophe vorbei. Damit das nicht nochmal passiert, setzt die Stadt heuer auch auf Musik

Bei dem Ziel, das Münchner Oktoberfest sicherer zu machen, soll in diesem Jahr auch Blasmusik eine Rolle spielen. Um den Besuch der Wiesn auch unter der Woche für internationale Gäste attraktiver zu machen, soll die Musik in den Festzelten früher beginnen dürfen. 

Ziel ist nach Angaben des Wirtschaftsreferates "die Verlagerung der Besuchszeiten der internationalen Gäste auf die Wochentage", wie es in einer Änderung der Betriebsvorschriften für die Wiesn 2026 heißt. Damit soll verhindert werden, dass es vor allem an Wochenenden wieder zu Überfüllungen kommt. 

"Um einen Anreiz hierfür zu schaffen, wird vorgeschlagen die Musikzeiten der gastronomischen Großbetriebe täglich um eine Stunde nach vorn, von Montag bis Freitag auf 11 Uhr und am 2. und 3. Wochenende sowie am Feiertag auf 10 Uhr, zu legen." Allerdings darf täglich bis 12 Uhr "nur traditionelle Blasmusik" gespielt werden. 

Überfüllung am "Italiener-Wochenende"

Im vergangenen Jahr war das Oktoberfest womöglich nur knapp an einer Katastrophe vorbeigeschrammt. Am zweiten Wiesn-Samstag, dem sogenannten "Italiener-Samstag", an dem traditionell viele Gäste aus dem Ausland nach München kommen, wurde es in der Straße vor den Festzelten so voll, dass es für Tausende Besucher weder vor- noch zurückging.

Problematisch war auch, dass Durchsagen, das Festgelände werde aus Sicherheitsgründen geschlossen, zunächst den Grund - die Überfüllung - verschwiegen und zusätzlich Angst unter den Festgästen auslösten.
"Dringender Nachbesserungsbedarf" bei Sicherheit

"Aufgrund der Dynamik und der Dringlichkeit wurden die Lautsprecherdurchsagen auf dem Festgelände anfangs nicht optimal umgesetzt", heißt es in dem Abschlussbericht, den Wiesn-Chef Christian Scharpf (SPD) zum Oktoberfest 2025 vorgelegt hat. Und: "Dringender Nachbesserungsbedarf hat sich bei der frühzeitigen Erkennung ergeben." 

Schon im vergangenen Jahr wurden Sofortmaßnahmen getroffen wie "gezieltes Crowd Spotting", mehrsprachige Lautsprecherdurchsagen und ein "optimiertes Beobachtungsmanagement im Servicezentrum".
Und in diesem Jahr soll es weitere Änderungen geben, darunter ein neues Koordinierungs- und Beobachtungszentrum in den Räumen des bisherigen Fundbüros sowie Videoüberwachung "zur Früherkennung von neuralgischen Punkten innerhalb von Teilbereichen auf dem Festgelände".

Entscheidungen am 11. Mai im neuen Stadtrat

Beschlossen sind die Änderungen wie die längeren Musikzeiten offiziell noch nicht, die entsprechenden Entscheidungen im Wirtschaftsausschuss des Münchner Stadtrates wurden vertagt. 

Am 11. Mai wird sich die Vollversammlung des neu gewählten Stadtrates bei ihrer konstituierenden Sitzung mit dem diesjährigen Oktoberfest befassen, das vom 19. September bis zum 4. Oktober auf der Münchner Theresienwiese stattfinden wird. 
Dann soll es nach Medienberichten auch um die Frage gehen, ob Champagner-Duschen in den Festzelten, wie sie zuletzt immer wieder in sozialen Medien zu sehen waren, auf der Wiesn künftig verboten sind. (dpa)

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