Kommunales

Nach Beginn der Corona-Krise fuhren Busse und Bahnen in Bayern über Wochen im Geisterverkehr weitgehend ohne Fahrgäste und ohne Einnahmen. (Foto: dpa/Willy Matheisl)

16.06.2020

Öffentlichem Verkehr fehlt eine Milliarde Euro

Die Verkehrsunternehmen rufen um Hilfe - und finden Gehör

Die öffentlichen Verkehrsunternehmen in Bayern rufen wegen coronabedingter Einnahmeverluste von bis zu 1,1 Milliarden Euro nach Hilfe der Staatsregierung. Seit Mitte März 2020 verzeichneten die bayerischen Verkehrsunternehmen Fahrgastrückgänge von bis zu 90 Prozent, schreibt die bayerische Landesgruppe des Verbands deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) in einem Brandbrief an Finanzminister Albert Füracker (CSU).

Der Hilferuf fand quasi sofortiges Gehör: Die Staatsregierung beschloss am Dienstag höhere Zuschüsse für die Kommunen. Nach den von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) genannten Zahlen stehen für die Kommunen in diesem Jahr rund vier Milliarden Euro zusätzlich zur Verfügung, jeweils zur Hälfte von Bund und Staatsregierung. Allerdings ist das Geld nicht nur für den Verkehr gedacht.

Nach Schätzung des Verkehrsverbands kommen auf die Betreiber von Bussen, Trams, S-Bahnen und Regionalzügen in Bayern Einnahmeausfälle von 875 bis über 1,1 Milliarden Euro zu. Ohne staatliche Hilfe könnte das Finanzloch wegen einer befürchteten Pleitewelle in der Branche dazu führen, dass das öffentliche Verkehrsangebot in Bayern sich verschlechtere, warnen die Unternehmen.

Existenzbedrohend

"Bereits auf mittlere Sicht ist die Situation existenzbedrohend", heißt es in dem Schreiben, das auch an die Landtagsfraktionen ging. "Die bewährte Kooperation zwischen kommunalen und privaten Verkehrsunternehmen ist in Gefahr zu implodieren, da ohne staatliche Unterstützung eine Vielzahl von privaten Verkehrsunternehmen wegen Insolvenz den Betrieb noch 2020 einstellen müsste. Die kommunalen Verkehrsunternehmen könnten diesen Ausfall nicht verkraften", heißt es in dem Schreiben.

SPD-Umweltexperte Florian von Brunn sagte: "Jetzt muss auch die Staatsregierung handeln und dem öffentlichen Verkehr in Bayern finanziell kräftig unter die Arme greifen." Dazu gebe es aus sozialen und Klimaschutzgründen keine Alternative.

Im VDV haben sich deutschlandweit 560 Verkehrsunternehmen zusammengeschlossen, sowohl öffentliche als auch private. Dazu zählen die Deutsche Bahn ebenso wie die kommunalen Verkehrsgesellschaften in München, Nürnberg, Augsburg, Regensburg, Würzburg und anderen bayerischen Städten und Kreisen.
(Carsten Hoefer, dpa)

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