Kommunales

Das Alte Rathaus in Nürnberg. (Foto: dpa/Nicolas Armer)

07.06.2019

So will die CSU Nürnberg erobern

In der Frankenmetropole dürfte die OB-Wahl so spannend werden, wie selten – die CSU schickt ihren Hoffnungsträger Marcus König ins Rennen

Stadtrats-Fraktionschef Marcus König will für die Christsozialen Nürnberger Oberbürgermeister werden. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat als Wahlziel bereits 50 Prozent, plus x, ausgegeben. Doch auch Grüne und SPD machen sich Hoffnungen auf den Rathaussessel.

Paukenschlag in Nürnberg: Mit einem Tandem will die CSU in die kommende Oberbürgermeister-Wahl gehen. Der 38-jährige Fraktionschef Marcus König soll Nürnberger Rathauschef werden. Julia Lehner, die amtierende Kulturreferentin, soll „Kultur-Bürgermeisterin“ werden.

Das haben CSU-Parteichef Markus Söder und CSU-Bezirkschef Michael Frieser am Mittwochnachmittag vergangener Woche in Nürnberg im Beisein der beiden Kandidaten bekannt gegeben. Auf das Spitzenduo König-Lehner haben sich die CSU-Gremien erst am Dienstagabend einstimmig geeinigt.

CSU-Mann fordert Garantie für Kinderbetreuungsplatz


Auf einem Nominierungsparteitag müssen die Kandidaten nun noch offiziell gewählt werden – was jedoch als Formsache gilt. „Ich möchte Oberbürgermeister in Nürnberg werden“, sagte der frischgebackene CSU-Spitzenkandidat für die kommenden Kommunalwahlen am Mittwoch gutgelaunt in Nürnberg. Nach elf Jahren im Stadtrat und zwei Jahren an der Fraktionsspitze will der 38-jährige Direktor einer großen Nürnberger Bankfiliale nun den Chefsessel im Rathaus erobern.

König sagt, er freue sich, dass ihn die amtierende Kulturreferentin Julia Lehner bei den Wahlen im nächsten März unterstützen wolle. „Ich habe richtig Lust, noch mehr Verantwortung für Nürnberg zu übernehmen“, sagte der junge Familienvater, der eine Kinderbetreuungs-Garantie für die Stadt einführen will, damit sich Eltern auf ihren Job konzentrieren können.

Außerdem will König für lückenlose Radwege und für einen attraktiven weil günstigen Nahverkehr sorgen. Zudem will er, dass die Frankenmetropole nur behutsam weiter wächst. Das Knoblauchsland im Norden soll nach seinen Plänen beispielsweise als Kulturgut und nicht als Baugebiet erhalten werden. Mit den Flächen-Ressourcen will König überhaupt schonend umgehen. „Wir müssen eher in die Höhe anstatt in die Breite bauen“, ist sich König sicher.

Schüler zu mehr Lernbereitschaft motivieren


Mit seinem erfolgreichen Lebenslauf von der Wirtschaftsschule zum Bankdirektor will König obendrein die Schüler in der Stadt zu mehr Lernbereitschaft motivieren.

König ist zuversichtlich, gemeinsam mit der 65-jährigen Julia Lehner an seiner Seite, die Oberbürgermeister-Wahl gewinnen zu können. Markus Söder freute sich ebenfalls über die Wahl der beiden Spitzenkandidaten. „Nürnberg wird einen Neustart machen“, ist sich der Ministerpräsident und CSU-Parteichef sicher. Söder sei dankbar für die genauso „kluge wie wegweisende“ Kandidatenwahl seines Heimatverbands. „Wir spielen jetzt auf Sieg und wollen mehr als 50 Prozent holen“, hat Söder als Wahlziel bei der kommenden Nürnberg-Wahl ausgegeben.

König sei zäh und kämpferisch. Er sei kein Politiker im Schongang, lobte Söder den frisch gekürten CSU-Spitzenkandidaten. Zur Entscheidung, mit einem gemischten Spitzen-Duo bei den Wahlen anzutreten, sagte Söder: „Julia Lehner ist die super Ergänzung für Marcus König.“

Einsatz für Gleichberechtigung


Die Nürnberg-CSU will auf Vorschlag von Marcus König auch die Parteiliste zum ersten Mal überhaupt paritätisch mit Frauen und Männern gleichmäßig besetzen. Mit diesem Einsatz für die Gleichberechtigung will sich die CSU offensichtlich auf der Höhe der modernen Zeit präsentieren.
CSU-Bezirkschef Michael Frieser freute sich, dass die CSU nach dem Ausgang der Europa-Wahl mit Rückenwind in die Kommunalwahl 2019 gehen könne. Während die SPD in Nürnberg herbe Verluste einstecken musste, habe die CSU bei dem europaweiten Urnengang am Wochenende ihre Stärke demonstrieren können. König habe laut Frieser in Beruf und Politik bereits gezeigt, dass er sehr erfolgreich arbeiten könne.

Frieser dankte Lehner, dass die Kulturreferentin mit ihrer Bereitschaft zur gemeinsamen Kandidatur die Nürnberger Bewerbung zur Kulturhauptstadt 2025 weiter voranbringen wolle. Dies sei nach dem überraschenden Rückzug von SPD-Oberbürgermeister Ulrich Maly besonders wichtig.
CSU-Bezirkschef Frieser sagte, er sei glücklich, dass sich die Partei für die Duo-Lösung aus Erfahrung und Motivation an der Spitze entschieden habe.
(Nikolas Pelke)

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