Kultur

Markus Hinterhäuser, Intendant der Salzburger Festspiele, wurde jetzt vom Kuratorium der Festspiele angezählt. (Foto: dpa/picturedesk.com, Christian Leopold, Franz Neumayr)

04.02.2026

'Gelbe Karte' für den Intendanten der Salzburger Festspiele

Das Kuratorium der Salzburger Festspiele wirft dem Intendanten Markus Hinterhäuser einen Alleingang vor. Es geht um einen Leitungsposten

Bei den Salzburger Festspielen steht Intendant Markus Hinterhäuser in der Kritik wegen eines mutmaßlichen Alleingangs bei der Besetzung eines Leitungspostens. In einer außerordentlichen Sitzung zeigte das Kuratorium der Festspiele dem 67-Jährigen die "Gelbe Karte", wie ein Sprecher der Salzburger Ministerpräsidentin und Kuratoriumsvorsitzenden Karoline Edtstadler sagte. 

Anlass ist das Vorgehen Hinterhäusers bei der anstehenden Auswahl der neuen Schauspielleitung. Er schien durch Äußerungen gegenüber der "Kronen Zeitung" die frühere Direktorin des Burgtheaters, Karin Bergmann, zu favorisieren und hatte zugleich gesagt, sie habe an den Auswahl-Hearings teilgenommen. 

Bergmann habe sich aber weder beworben noch an den Hearings teilgenommen, hieß es aus dem Kuratorium. Hinterhäuser selbst war zunächst für eine Stellungnahme nicht erreichbar. 
Die Entscheidung über Personalien kann der Intendant formal alleine fällen. Das Kuratorium als eine Art Aufsichtsrat ist unter anderem wichtig für die strategische Ausrichtung und die Rolle von Sponsoren - und hatte auf einem transparenten Auswahlverfahren bestanden. 

Auswahlverfahren vorläufig gestoppt

Hinterhäuser, der bei der Sitzung nicht anwesend war, soll sich bei der nächsten ordentlichen Kuratoriumssitzung am 26. Februar zu den Vorgängen äußern. Das Auswahlverfahren ist vorläufig gestoppt. Es hatten sich 23 Kandidaten und Kandidatinnen beworben. Fünf davon waren beim Hearing.

Die Salzburger Festspiele bieten jeden Sommer rund 200 Musik-, Theater- und Opernaufführungen. 2025 wurden rund 250.000 Besucher gezählt.

Diskussion auch über Vertrag des Intendanten

Edtstadler kritisierte das Verhalten des Intendanten. "Ein vertrauensvolles Vorgehen ist das nicht." Er habe das abgesprochene Prozedere umgangen. "Er hat den Auftrag negiert", sagte Salzburgs Bürgermeister Bernhard Auinger zum eigentlich vereinbarten Prozess eines Hearings der Bewerberinnen und Bewerber. Bei der Sitzung des Kuratoriums sei auch über den Vertrag des Intendanten gesprochen worden, hieß es. 

Hinterhäuser ist seit 2016 künstlerischer Leiter des weltweit höchst renommierten Festivals. Sein Vertrag wurde vorzeitig bis 2031 verlängert - mit einer Ausstiegs-Option 2029. Die Leitung des Schauspiels muss nach der vorzeitigen Beendigung des Vertragsverhältnisses mit Marina Davydova im Jahr 2024 neu besetzt werden. Angesichts des damaligen Wirbels hatte das Kuratorium auf einem sehr transparenten Auswahlprozess bestanden. (dpa)
 

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