Kultur

Eines der Tape-Art-Objekte von Monika Gebhardt im Ausschnitt. Die Gesamtansicht finden Sie in der Bildergalerie am Ende des Beitrags. (Foto: Gebhardt)

20.10.2017

Im Dickicht der Röhrchen

Die Augsburgerin Monika Gebhardt hat sich der Tape-Art verschrieben. In München stellt sie ihre Kunst aus Kreppband aus

Auch wenn sie wie superfeine Rigatoni sauber in einer edlen schwarzen Kelle angerichtet daherkommen: Monika Gebhardt wandelt nicht auf Daniel Spoerris Spuren und macht Eat-Art. Was derzeit von ihr in München ausgestellt ist, firmiert unter Tape-Art: Es ist Kunst aus Klebebändern, die in jüngerer Zeit den Sprung aus der längst nicht mehr als subversiv geltenden Urban-Art-Ecke in die Galerienszene geschafft hat; Berlin ist ein Zentrum dafür.

Aus banalem Kreppband, wie man es in jedem Baumarkt kaufen kann, zwirbelt die Augsburgerin Röhrchen in unterschiedlichem Zylinderdurchmesser und von unterschiedlicher Höhe – Abertausende bilden den Stoff, aus dem ihre eigenwilligen Skulpturen erwachsen.

Spannungsreich rhythmisierte Dickichte aus virtuos zusammengeklebten Röhrchen formen überwiegend abstrakte Gebilde, die einen ganzen Schwall von Assoziationen hervorrufen.

Da erscheint manches wie der strenge Bauplan von Wespenwaben, wie ein kunstvoll arrangiertes Vogelnest, ein Schwamm, das Stück eines Korallenriffs oder wie eine rätselhafte Zellstruktur in makroskopischer Sicht. Dann wieder meint man, ein Stück zerwühlten flauschigen Flokatiteppichs vor sich zu haben, in den man sich gerne kuscheln möchte.

Eine Variante von Monika Gebhardts Klebekunst ist es, gefaltete Stücke von Kreppbändern aneinanderzufügen: So überzogene Kuben lassen an Häuser mit schuppigen Fassaden erinnern.
Weich oder hart, fragil oder stabil? Die Texturen loten eine ganze Palette an Qualitäten aus – der Reiz, sie mit den Fingern zu ergründen, ist groß.

Die Tape-Arbeiten von Monika Gebhardt sind aktuell in der Galerie des Landesamtes für Digitalisierung, Breitband und Vermessung zu sehen, kombiniert mit Gemälden von Angela Zander-Reinert. Der Hamburgerin geht es in ihren großformatigen, leuchtendbunten Gemälden (Landschaften, Zyklus Christopher Street Day) um den künstlerischen Grundantrieb an sich: das Verhältnis von Farben zueinander und die Visualisierung von Energie auszuloten. (Karin Dütsch)

Information: Bis 26. Januar. Galerie im Landesamt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung, Alexandrastraße 4, 80538 München. Mo. bis Do. 8-16 Uhr, Fr. 8-14 Uhr.

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