Auch in diesem Sommer präsentiert sich Bayerns Kunstszene mit abwechslungsreichen Ausstellungen.
Johnny Depp malt: Die Überraschung dieses Sommers gelingt dabei dem oberfränkischen Kloster Banz. Es widmet seine historischen Räume, die Kunsthalle, einem als besonders extravagant, ja exzentrisch geltenden Künstler. Mit Introducing Johnny Depp sind, kuratiert von Stephan Zipfel, bis 7. Juni rund 30 Bilder des amerikanischen Schauspielers und Musikers ausgestellt. Ob Reflections, seine unterschiedlichen Selbstporträts, Malereien unter dem Namen Bunnymen, in denen er seine Träume verarbeitet, oder Five, eine limitierte Reihe, die, so Johnny Depp, seine Erschöpfung widerspiegelt. Preislich werden die Werke – ohne konkret genannte Kaufsummen – für vier- bis hohe fünfstellige Beträge gehandelt. Fans des US-Kino-Stars werden den Künstler allerdings nicht vor Ort antreffen. Er dreht aktuell in London die TV-Neuauflage des Klassikers Christmas Carol von Charles Dickens.
Stroke Art Fair und Art Muc: In München haben Kunstfreunde gleich zwei Kunstmessen am ersten Maiwochenende zur Wahl: die Stroke Art Fair und die Art Muc. Dabei verstehen sich die Plattformen weniger als Konkurrenz denn vielmehr als Ergänzung. Kein Wunder, sind doch bei beiden Formaten das Brüderpaar Marco und Raiko Schwalbe die Initiatoren. Sie boten erstmals 2009 mit der Stroke Art Fair zeitgenössischen internationalen Künstlern Raum besonders für Urban Art und Streetart. In den Räumen der ehemaligen Landeszentralbank in München gestartet, geben sie nun den Hallen, Gewölben und Kellern der Praterinsel, einer ehemaligen Spirituosenfabrik, im Lehel den Vorzug. Die Besucher, über die Jahre rund eine halbe Million Menschen, dürfen auch jetzt wieder „Emerging Contemporary Art“ erwarten und den unkonventionellen, erlebnisorientierten Umgang mit Kunst ohne Erklärungszwänge erleben. Die Arbeiten stammen aus dem Jetzt, aus Zeichnung, Fotografie, Malerei, Skulptur, Animation, Design, Comic und Digital Art. Seit 2014 haben sich die Schwalbe-Brüder auch der kreativen Szene mit der Art Muc angenommen. Hier geben sie ausstellenden Kunstschaffenden, Galerien, Verbänden und Projekten eine bezahlbare Ausstellungsform für ihre professionelle Präsentation. Dieses Jahr in den MTC-Hallen in Milbertshofen nehmen mehr als 80 Einzelkünstler aus ganz Bayern teil. Veranstalter Raiko Schwalbe zur Staatszeitung: „Für mich als Veranstalter ist es wichtig, auch gesellschaftliche Verantwortung zu tragen.“ Daher fördern die Brüder auch soziale Projekte. Ebenso im Fokus ist die internationale Vernetzung: Eine Sammlerin aus China wird Objekte zeigen.
Main Art: Die Main Art in Aschaffenburg findet nun zum siebten Mal statt. Am zweiten Maiwochenende stellen sich in der im Jahr 1904 erbauten Grünewaldhalle insgesamt 53 Kunstschaffende aus elf Nationen vor. Von Malerei zur Zeichnung, Grafik, Linol- und Holzschnitt, Skulptur, Fotografie, Collage, Cut-out, Papierkunst, Mixed Media und Computergrafik wird im nicht weniger kunstvollen Jugendstilbau geboten. Mit einer Sonderschau würdigen die Veranstalter das Leben und Werk der Bildhauerin Ursula Ullrich-Jacobi. Arbeiten der gebürtigen Aschaffenburgerin, prägnante Plastiken, überzeugen durch Klarheit und Konzentration auf das Wesentliche, heißt es.
Stand.Punkt: Ebenso ab 9. Mai lädt die Kunsthalle Kempten Neugierige zur „Stand.Punkt“. Hier stellen sich Mitglieder des Berufsverbandes Bildender Künstler aus dem Allgäuer Raum mit ihren Objekten und Skulpturen vor. In diesem Rahmen wird der mit 2000 Euro dotierte Preis der Gabler-Stiftung für außergewöhnliche Leistung verliehen.
Ein neues Museum entsteht: Hinter die Kulissen der Restauratoren blickt man im Ingolstädter Museum für Konkrete Kunst, MKK, in der Tränktorstraße. Unter dem Titel In Preparation darf man Julia Steves und Simone Miller bei der Arbeit über die Schulter schauen, wie behutsam und vorsichtig sie Kunst bewahren und so erhalten. Die beiden bereiten zurzeit etwa 120 Kunstwerke und 25 Designobjekte für den bevorstehenden Umzug in die denkmalgeschützte Gießereihalle, ehemals die Fabrikation der Firma Schubert und Salzer, vor. Das Museum nennt sich dann Museum für Konkrete Kunst und Design (MKKD).
AdBK-Jahresausstellung: Bei der Jahresausstellung der Akademie der Bildenden Künste, kurz AdBK, zeigt der bildende, studentische Nachwuchs in Nürnberg auf seinem Campus, was in ihm steckt. Die historische Besonderheit der AdBK ist einzigartig: Bereits 1662 wurde sie als erste Kunstakademie im deutschsprachigen Raum gegründet. Ab dem 9. Juli wird vier Tage lang das gesamte Gelände kreativ genutzt. Alle Klassenpavillons, Atelier- und Seminarräume werden zu Präsentationsflächen für den Nachwuchs. Kurz: Das Areal wird zur Ausstellung.
GKA Wasserburg: Noch im Werden ist die GKA, die große Kunstausstellung, in Wasserburg. Hier, in der ehemaligen Polizeidienststelle am Kaspar-Aiblinger-Platz mitten in Wasserburg, wird ab dem letzten Juliwochenende ausgestellt. Aktuell tätige Künstler und Künstlerinnen werden noch um Anmeldung gebeten. Eine Voraussetzung zur Teilnahme: Kunstschaffende können maximal bis zu fünf Arbeiten einreichen, vorausgesetzt, diese sind nicht älter als drei Jahre. (Marie-Julie Hlawica)
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