Kultur

Lisa Fitz und etliche andere Kabarettistinnen gehen in diesem Jahr mit neuem Programm an den Start. (Foto: Peter Fitz)

18.03.2026

Kabarettistinnen auf Tournee: Bayerischer Humor in Frauenhand

Fitz, Kinseher und Co: Die Crème de la Crème der Kabarettistinnen im Freistaat geht mit neuen Programmen an den Start – auch der Nachwuchs ist bereit

Vorhang auf für die Frauen! Die bayerischen Kabarettistinnen machen mit ihren aktuellen Programmen den Männern gnadenlos Konkurrenz. Ehrlich, satirisch und pointiert brechen sie das bisherige Humor-Monopol und haben die Lacher längst auf ihrer Seite.

Mit Avanti Dilettanti macht Kabarettistin Lisa Fitz aktuell die Bühnen unsicher. Warum für sie, die seit 1983 unbequem, mit scharfem Blick und spitzer Zunge scheinbar Alltägliches kommentiert, Humor in Frauenhand gehört? Die Niederbayerin Lisa Fitz nennt – nicht ganz ernst gemeint – vier Gründe: „Erstens: Männer erzählen Witze – Frauen überleben mit Humor. Das ist ein Unterschied.“ Der zweite Grund: „Frauen lachen nicht, weil es lustig ist. Frauen lachen, damit sie nicht ausrasten. Das nennt man emotionale Hochkultur.“

Seit 35 Jahren auf der Bühne

Als dritten Grund führt sie an: „Männer machen Pointen. Frauen machen Zusammenhänge. Deshalb ist weiblicher Humor gefährlicher – er hat System.“ Und schließlich der vierte Grund: „Wer glaubt, Frauen seien nicht komisch, hat vermutlich Angst, dass sie recht haben.“ Man darf gespannt sein: Ab Herbst 2026 zeigt die „Grande Dame der Satire“ mit ihrem neuen Soloprogramm Heimleuchten in puncto Politik, Medien, Alltag und Selbstbild mehr davon. 

Auch Luise Kinseher, die heuer ihr 35-jähriges Bühnenjubiläum feiert und eben erst 600 Gäste auf dem Münchner Nockherberg beim Singspiel zur alljährlichen Starkbierprobe begrüßte, ist jetzt solo als Mary from Bavary zu sehen. Der Staatszeitung erklärt die Münchnerin, worin sich Frauen und Männer – nicht nur in der Bühnenpräsenz – unterscheiden: „Wir sind in unserem Humor feinspürig und einfallsreich. Humor hat viel mit Macht und Selbstermächtigung zu tun, die zu ergreifen in patriarchalen Gesellschaften allein Männern zuerkannt werden.“

Deshalb neigten Frauen schon allein aus Selbstschutz dazu, ihren Humor nur unter Frauen offen zu zeigen. „Wagen wir es dennoch auf die große Comedy- oder Kabarett-Bühne, zeigt sich: Ein guter weiblicher Witz hat zumeist mindestens vier bis fünf Ebenen.“ Der Witz plane sein Gegenüber immer mit ein, folge einer klaren Zielsetzung, basiere auf einer wohlüberlegten Haltung und provoziere in unverschämter Weise, „während er gleichzeitig verbindet und Gemeinschaft auf Augenhöhe suggeriert“. Kinsehers Fazit: „Weiblicher Humor ist Selbstermächtigung der Frau als Pointe von hinten durch das Knie des Mannes!“

Und natürlich gehört auch Monika Gruber zur vordersten Riege der bayerischen Kabarettistinnen. Nach zweijähriger Bühnenpause kehrt die Oberbayerin mit ihrem neuen Programm Es huift ja nix im Frühjahr zurück. Viele Termine im März und April sind schon ausverkauft.

Auch der weibliche kabarettistische „Nachwuchs“ drängt nach vorn. Etwa die Miesbacherin Christine Eixenberger. Zwischen den Aufzeichnungen zu ihrer eigenen TV-Sendung ist sie unter dem Motto Volle Kontrolle auf Tour. Ab Ende April strahlt das Bayerische Fernsehen dann die zweite Staffel ihrer Comedy-Show Nachsitzen aus.

Die nächste Generation steht in den Startlöchern

Mit bayerischem Grant zum weiblichen Humor kann man Eva Karl Faltermeier aus Regensburg mit ihrem dritten Bühnenprogramm Ding Dong erleben. Und wenn Martina Schwarzmann nicht gerade auf ihrem Hof bei Altomünster nach blühenden Blumen und allerlei Getier Ausschau hält, tritt sie mit Macht was sie will etwa im Circus Krone in München auf. 

Doch auch die nächstjüngere Damenriege steht schon in den Startlöchern: Die Lachmuskeln ihres Publikums strapaziert die Landshuterin Sara Brandhuber (38) zwischen Rosenheim und Linz unter dem Motto A scheena Schmarrn. Und Senkrechtstarterin Ana Lucía, Studentin aus München, bringt es mit erst 27 Jahren und ihrem allerersten Soloprogramm Gewinner auf den Punkt: Mit Frauen auf der Bühne gewinnen alle! (Marie-Julie Hlawica)
 

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