Kultur

Voraussetzung ist, dass der Künstlernotgeldschein in handwerklicher Drucktechnik hergestellt wird. (Foto: Künstlernotgeld/Oliver Hess)

05.02.2021

Noten gegen die Not

Jetzt gibt es Wechselstuben, in denen künstlerisch gestaltete Geldscheine in echte Euros umgetauscht werden können

Ein Wortdreher, der zu einer originellen Aktion geführt hat: Wo Geldnot herrscht, muss eben Notgeld her – in diesem Fall Künstlernotgeld. Künstler*innen gestalten und drucken Geldscheine, die zum aufgedruckten Wert in echte Euro umgetauscht werden können. Und wer weiß, vielleicht vervielfacht sich dieser Wert eines Tages bei einer Bieterschlacht zu einem veritablen Kunstauktionshit?

Wer eine solche Note kauft, hilft einerseits der darbenden Kreativszene und kann zudem seine Sammlung mit Corona-Erinnerungsstücken um ein originelles Exponat erweitern – gerahmt an der Wand. Aus diesem Grund sind die Scheine nämlich auch nur einseitig bedruckt. „Obendrein wollen wir natürlich vermeiden, den Anschein von Falschgeld zu erwecken“, sagt Martin Droschke vom Coburger Konzeptkünstlerduo Verwertungsgesellschaft – sein Partner ist Oliver Hess. Die beiden hatten die Idee zu diesem Projekt, um der Künstlergilde in Lockdownzeiten eine weitere Verdienstmöglichkeit aufzuzeigen.

Zwei Podien gibt es für diese künstlerische „Geldwäsche“: Auf der Internetplattform www.kuenstlernotgeld.de werden die Notgeldscheine (samt Auflagenzahl) präsentiert; per Button gelangt man direkt zu den Künstler*innen, mit denen man das Geschäft abwickelt. Einreichungen werden bis zum 15. März angenommen – dem Tag der Druckkunst. Die Verwertungsgesellschafter sorgen auch über Instagram, andere Social Media-Kanäle und über ihre eigenen Kontakte fürs Marketing – provisionsfrei. „Das Geld kommt eins zu eins den Urhebern zu“, versichert Droschke. Lediglich extra ausgewiesene „Supportgeldscheine“ würden angeboten, deren Erlös in die Finanzierung der Aktion einfließen wird.

Wachsam gegen Missbrauch

Droschke und Hess überlassen die Plattform nicht sich selbst, alle Einreichungen werden von ihnen gefiltert: „Wir mischen uns keineswegs in ästhetische Fragen ein. Aber wir haben ein waches Auge auf die Inhalte. Hakenkreuze oder Verschwörungstheorien wollen wir nicht auf den Scheinen sehen. Leider werden solche Aktionen immer schnell missbraucht.“

Neben der Online-Wechselstube wird es auch eine ganz reale im KunstKulturQuartier Nürnberg geben – wo man die Aktion ebenfalls provisionsfrei unterstützt. Dort werden im Rahmen einer Verkaufsausstellung gedruckte Künstlernotgeldscheine in Transparenttütchen präsentiert. „Mit Saugnäpfen können sie schnell an Wänden, Schränken und Fenstern angepickt werden, zum Beispiel auch in Schaufenstern“, erklärt Martin Droschke. „Das ist uns wichtig weil wir hoffen, dass schnell auch Unterstützer in anderen Orten an der Aktion mitmachen. Außerdem wollen wir die Aktion auch nach dem Lockdown weiterlaufen lassen.“ (Karin Dütsch)

Information: Einreichschluss für die Online-Präsentation ist der 15. März, für die Teilnahme an der Verkaufsausstellung im KunstKulturQuartier Nürnberg am 28. Februar. Formular über: www.kuenstlernotgeld.de

Abbildungen:
Wie viele „Mäuse“ man der Künstlerin im Tausch gegen ihr Kunstwerk zahlen muss, hat Jannina Hector auf ihrem Notgeldexemplar notiert. Wer den „Heiligenschein“ ersteht, unterstützt das Konzeptkünstlerduo Verwertungsgesellschaft, das ansonsten provisionsfrei arbeitet.    (Fotos: Künstlernotgeld/Oliver Hess, Jannina Hector)

 

 

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