Kultur

Johnny Cash 1981 bei einem Konzert in Frankfurt. (Foto: dpa)

14.11.2019

Premiere des Cash-Musicals "Ring oft Fire": "Der Wille, dein Leben zu retten"

"Ring of Fire" und "I Walk The Line": Johnny Cash bleibt unvergessen. Nun widmet sich ein Musical in München der Musik und dem Leben der Country-Legende

Natürlich darf die bayerische Episode aus Johnny Cashs Biografie an diesem Abend nicht fehlen: Mit 18 Jahren trat er der US-Luftwaffe bei und war unter anderem drei Jahre lang im oberbayerischen Landsberg am Lech stationiert. Dort gründete er auch seine erste Band, die Landsberg Barbarians. Eine Anekdote, die Cash am Mittwochabend zweimal erzählt. Und jedes Mal lacht das Publikum.

Begeistert feiert es die Deutschlandpremiere des Musicals "Ring of Fire - The Music of Johnny Cash" in München. Wohl selten gibt es bei einem Musical so viel Begeisterung und am Ende gleich zwei Zugaben. Dabei gleichen die gut zwei Stunden eher einem Konzert. Kein Tanz, kaum Schauspiel.

Es geht um Cashs Leben - und vor allem um seine Musik. Sechs Künstler spielen auf der spartanisch ausgestatteten, kleinen Bühne, verkleidet mit Holzplanken, fast 30 Stücke - darunter natürlich Klassiker wie "I Walk the Line", "Jackson" und "Hey Porter". Sie einen gute Stimmen und ein breites Repertoire an Instrumenten, das sie beherrschen: neben Saiteninstrumenten aller Art unter anderem auch Trompete, Mundharmonika und Schlagzeug. Sie schlüpfen dabei in verschiedene Rollen, so gibt es etwa den jungen und den alten Cash und seine große Liebe, June Carter.

Über Rückblicke durchlaufen sie sein Leben: Wie Cash vom Bauernsohn aus Arkansas zum Country-Superstar wurde. Wie seine erste Ehe scheiterte, wie er Karriere machte. Hunderte Songs und Dutzende Alben umfasst sein Lebenswerk bis zu seinem Tod 2003 im Alter von 71 Jahren. Gehuldigt wurde ihm 2005 mit dem oscargekrönten Erfolgsfilm "Walk the Line", in dem Joaquin Phoenix den Sänger spielt und Reese Witherspoon Carter.

Auch Cashs Drogenprobleme werden thematisiert

Auch die Alkoholprobleme, Drogen- und Tablettensucht, die folgten, klammert das Stück nicht aus. Bis zu dem Rat eines Sheriffs: "Du hast den freien Willen, dich selbst zu töten - oder dein Leben zu retten."

Die Produktion kommt aus den USA, Songs und Dialoge sind in englischer Sprache. Der Musikalische Direktor und Darsteller David M. Lutken findet: "Wer Englisch spricht, wird etwas mehr von den Dialogen verstehen. Aber ich habe diese neue "internationale Adaption" mit dem Ziel geschrieben, sie einfach zu machen." Tatsächlich reihen sich die Lieder aneinander, unterbrochen nur von wenig Sprechtext - und es ist ein bisschen so, als beobachtet man eine kleine Musikerfamilie, die mit viel Enthusiasmus und Leidenschaft am Werk ist. Da die Darsteller sich beim Erzählen und Singen abwechseln, viele Lieder Schwung haben, Instrumente reihum weitergereicht werden, geht es auf der Bühne manchmal recht rasant zu.

"Ring of Fire" fügt sich somit in eine ganze Reihe von Kinofilmen und Musicals, die sich in den vergangenen Monaten dem Schaffen eines einzelnen Musikers gewidmet haben: Sei es recht biografisch wie die Huldigung von Queen-Frontmann Freddie Mercury in "Bohemian Rhapsody", "Rocketman" über Elton John oder "Das Tina Turner Musical", das gerade in Hamburg gastiert - bis hin zum Versuch, Klassiker wie von Udo Jürgens in "Ich war noch niemals in New York" in eine fiktive Geschichte zu verpacken. Die gibt es sowohl für die Bühne als auch als Leinwandfassung, ähnlich wie vor Jahren schon Abba-Hits in "Mamma Mia!" mehrfach verwertet wurden.

Lutken sagt nach Angaben des Deutschen Theaters, "Ring of Fire" solle keine Tribute-Show sein - die Absicht sei von Anfang an gewesen, ein Musical-Stück zu kreieren. "Die traditionelle Definition eines Musicals besagt, dass die Songs die Handlung vorantreiben müssen."

Wenn das Musical gut ankommt, sagt ein Sprecher, solle es womöglich regelmäßig in der bayerischen Landeshauptstadt gezeigt werden. (Marco Krefting, dpa)

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