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Im Jahr 2020 haben bayernweit 560 illegale Autorennen mit 771 Teilnehmern stattgefunden. Dabei kam es regelmäßig zu Blechschäden, Verletzten und Toten. (Foto: dpa/Andreas Liebrich)

26.03.2021

90 Prozent mehr illegale Autorennen in Bayern

Bei illegalen Autorennen getötet wurden im vergangenen Jahr sieben Personen, 77 wurden verletzt

Im Freistaat kommt es wohl wegen des zunehmend frühlingshaften Wetters vermehrt zu illegalen Autorennen. Obwohl die PS-Wettstreite in Deutschland seit 2017 verboten sind, starb in Bayern erst Anfang März wieder ein 19-Jähriger bei einem Rennen. Im ganzen Bundesgebiet werden verstärkte Aktivitäten vermeldet. Immer wieder werden dabei auch unbeteiligte Personen tödlich verletzt. Markus Rinderspacher (SPD) wollte von der Staatsregierung wissen, ob das Corona-Jahr die illegalen Autorennen hat mehr oder weniger werden lassen.

Es scheint, als habe es junge Menschen während der Pandemie verstärkt auf die Straßen gezogen – möglicherweise wegen des geringen Verkehrs oder aus Langeweile. Zumindest meldet das Innenministerium einen neuen Negativrekord: Im Jahr 2020 haben bayernweit 560 illegale Autorennen mit 771 Teilnehmern stattgefunden – das ist eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr um 90 Prozent. Bei illegalen Autorennen getötet wurden im vergangenen Jahr sieben Personen, 77 wurden verletzt. 2019 waren es ein Toter und 29 Verletzte. Die Treffen würden sich in der Regel spontan ergeben, beispielsweise an einer Ampel oder über Messenger-Dienste. Zusätzlich gebe es organisierte illegale Autorennen, bei denen Bayern regelmäßig als Transitland genutzt werde. Das war 2020 aber wie in den Vorjahren nicht der Fall.

Die Teilnehmer privater Autorennen sind laut dem Haus von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) fast ausschließlich männlich, in den meisten Fällen unter 30 Jahre alt und Besitzer leistungsstarker Fahrzeuge unterschiedlicher Marken. Ein ähnliches Bild ergibt sich bei den Teilnehmern organisierter illegaler Autorennen: Sie sind ebenfalls überwiegend männlich, jüngeren bis mittleren Alters und fahren hochmotorisierte Premiumfahrzeuge – allerdings stammen die Teilnehmer in der Regel aus dem europäischen Ausland. Oftmals sind die Rennen mit hohen Start- und Preisgeldern verbunden.

Laut Innenministerium wurden 2020 im Zusammenhang mit illegalen Autorennen 2702 Personen polizeilich erfasst und 29 Personen vorläufig festgenommen. Sogenannte Verbotsverfügungen hätten die zuständigen Stellen nicht erlassen. Wie viele Ermittlungsverfahren es gab, kann die Staatsregierung nicht sagen, weil diese Straftaten in der Geschäftsstatistik der Staatsanwaltschaften nicht gesondert erfasst würden. 2019 seien aber 77 Personen wegen verbotener Autorennen vor Gericht gestanden. Davon wurden 55 Personen verurteilt, fünf freigesprochen und bei 17 Personen das Verfahren eingestellt. 14 wurden nach dem Jugendstrafrecht verurteilt.

„Mehr Todesopfer und Verletzte: Die Zahl grob rücksichtsloser Raserwettbewerbe nimmt deutlich zu“, konstatiert Rinderspacher. Diese Rennen mit Höchstgeschwindigkeit seien für alle Verkehrsteilnehmer brandgefährlich. „Das zeigt, dass diese Straftaten harte Konsequenzen nach sich ziehen müssen“, fordert der Abgeordnete. Details nannte er nicht. (David Lohmann)

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