Landtag

Nach dem Willen der AfD sollten Einzelzimmer in Bayerns Krankenhäusern künftig die Regel sein. (Foto: dpa/Stefan Sauer)

07.11.2019

Hygieneausbildung statt Einzelzimmerpflicht

Die AfD scheitert mit ihrer Forderung nach einem Ende der Mehrbettzimmer in Krankenhäusern

Die AfD ist mit ihrem Entwurf zur Änderung des bayerischen Krankenhausgesetzes gescheitert, mit dem sie die Patientensicherheit verbessern und den Schutz vor Ansteckung und Weiterverbreitung multiresistenter Keime erhöhen wollte. Konkret hatte die AfD vorgeschlagen, bis 2035 in Krankenhäusern nur noch Einzelzimmer vorzuhalten, außerdem sollten das System der internen Fehlermeldung und das Patientenbeschwerdemanagement reformiert werden, erklärte der AfD-Abgeordnete Roland Magerl.

Die anderen Fraktionen lehnten den Vorstoß als nicht zielführend ab. Barbara Becker (CSU) betonte, eine allgemeine Einzelzimmerpflicht sei fachlich nicht begründet. Die meisten Patienten könnten problemlos in Mehrbettzimmern untergebracht werden, weil keine Ansteckungsgefahr bestehe. Wichtig sei „beste Hygiene“ in den Krankenhäusern und das frühzeitige Erkennen von infizierten Patienten. Dass dem AfD-Entwurf die fachliche Expertise fehle, zeige sich daran, dass in diesem ausgerechnet die sensiblen Intensivstationen ausgenommen seien, sagte Abgeordnete Becker.

CSU: Dem AfD-Entwurf fehlt "die fachliche Expertise"

Christina Haubrich (Grüne) erklärte, der AfD-Entwurf gehe an der Notwendigkeit zum Schutz vor multiresistenten Keimen vorbei. Sie forderte mehr Personal mit einer Hygienefachausbildung an den Krankenhäusern sowie eine standardisierte Untersuchung von Patienten auf Keimbefall, um diese dann abgeschirmt unterbringen zu können. Susann Enders (Freie Wähler) hob hervor, dass die Standards an bayerischen Krankenhäusern schon heute auf die Bekämpfung multiresistenter Keime ausgerichtet seien. Zudem verfügten die Kliniken bereits über funktionierende Fehlermelde- und Patientenbeschwerdestellen.

Ruth Waldmann (SPD) erklärte, statt teurer Einzelzimmer, die für sich genommen keinen Beitrag zur Patientensicherheit leisteten, sollte das Geld im Gesundheitswesen besser in Qualität und Personal investiert werden. Dem pflichtete Dominik Spitzer (FDP) bei. Es brauche ein konsequentes Management zur Verhinderung der Keimübertragung. (Jürgen Umlauft)

Kommentare (0)

Es sind noch keine Kommentare vorhanden!
Die Frage der Woche

Ist die geplante Kapitalrente sinnvoll?

Unser Pro und Contra jede Woche neu
Diskutieren Sie mit!

Die Frage der Woche – Archiv
X
Vergabeplattform
Vergabeplattform

Staatsanzeiger eServices
die Vergabeplattform für öffentliche
Ausschreibungen und Aufträge Ausschreiber Bewerber

Beilagen

Prof. Dr. Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln, sagt über die Deutschen: "Unser Mindset hat sich nicht weiterentwickelt – es ist in einer Art Biedermeier-Modus stehen geblieben."

> Das einblicke-Magazin der Bundesgesellschaft für Endlagerung ist online

Die Suche nach dem sichersten Ort für unseren Atommüll ist eine staatliche Jahrhundertaufgabe. Das einblicke-Magazin der Bundesgesellschaft für Endlagerung stellt vier Menschen vor, die diese Mission bei der Bundesgesellschaft für Endlagerung mit ihre

> Änderung der Gemeindeordnung

Liebe Leserinnen und Leser des Kommunalen Taschenbuchs, die Gemeindeordnung des Freistaats Bayern hat sich am 23. Dezember 2025 nach Redaktionsschluss (14. November 2025) nochmals geändert. Die entsprechenden Seiten können Sie hier herunterladen.

Jahresbeilage 2025

Nächster Erscheinungstermin:
28. November 2026

Weitere Infos unter Tel. 089 / 29 01 42 54 /56
oder
per Mail an anzeigen@bsz.de

Download der aktuellen Ausgabe vom 28.11.2025 (PDF, 16,5 MB)

E-Paper
Unser Bayern

Das kunst- und kulturhistorische Online-Magazin der Bayerischen Staatszeitung

BR Player
Bayerischer Landtag
Abo Anmeldung

Benutzername

Kennwort

Bei Problemen: Tel. 089 – 290142-59 und -69 oder vertrieb@bsz.de.

Abo Anmeldung

Benutzername

Kennwort

Bei Problemen: Tel. 089 – 290142-59 und -69 oder vertrieb@bsz.de.

Unser Bayern - Nachbestellen

Aktuelle Einzelausgaben des Online-Magazins „Unser Bayern” können im ePaper der BSZ über den App-Store bzw. Google Play gekauft werden.