Landtag

Während des Protesttags am 23. März blieben viele Apotheken geschlossen – Notdienstapotheken übernahmen die Versorgung in dringenden Fällen.(Foto: dpa/Elke Münzel)

01.04.2026

Apotheken in Bayern unter wirtschaftlichem Druck

Immer weniger Apotheken, steigender Druck auf die verbleibenden: Was bedeutet das für die Versorgung mit Medikamenten, will die AfD in einer Anfrage wissen. Die Staatsregierung sieht keine Engpässe

Wer Schnupfenspray oder Hustensaft brauchte, musste sich vor einer Woche umstellen: Am 23. März blieben viele Apotheken in Bayern geschlossen. Hintergrund war ein bundesweiter Protesttag, bei dem Apothekerinnen und Apotheker in München für eine Anpassung des Honorars für rezeptpflichtige Arzneimittel demonstrierten. Der Bayerische Apothekerverband hatte zuvor dazu aufgerufen, Rezepte möglichst frühzeitig einzulösen. Für Notfälle standen Notdienstapotheken bereit.

Die Proteste machen ein Problem sichtbar, das auch Thema einer Schriftlichen Anfrage im Bayerischen Landtag ist. Die Abgeordnete Ramona Storm (AfD) wollte von der Staatsregierung wissen, wie sich die Zahl der Apotheken entwickelt hat, welche wirtschaftlichen Belastungen bestehen und ob die Versorgung langfristig gesichert ist. Darüber hinaus zielt die Anfrage darauf ab, die Rolle politischer Rahmenbedingungen und gesetzlicher Vorgaben für die wirtschaftliche Situation der Apotheken genauer zu beleuchten.

Rückgang von Apotheken und wirtschaftlicher Druck

Die Staatsregierung bestätigt in ihrer Antwort, dass sich die Rahmenbedingungen für Apotheken in den vergangenen Jahren verändert haben. „Es ist ein Rückgang der Apothekenzahlen zu beobachten“, heißt es. Diese Entwicklung wird als Teil eines längerfristigen Trends beschrieben, der sich in den vergangenen Jahren verstärkt habe.

Als Ursachen nennt die Staatsregierung mehrere Faktoren. Dazu gehören insbesondere steigende Kosten für Personal und Energie. Auch zusätzliche regulatorische Anforderungen sowie Veränderungen im Gesundheitswesen würden die wirtschaftliche Situation vieler Apotheken beeinflussen. Diese Faktoren führten dazu, dass wirtschaftlicher Druck auf die Betriebe entstehe.

Zugleich verweist die Staatsregierung darauf, dass sich diese Entwicklungen nicht auf einzelne Regionen beschränken. Vielmehr handele es sich um strukturelle Veränderungen, die das gesamte Apothekensystem betreffen. Die wirtschaftliche Lage vieler Betriebe sei dadurch insgesamt anspruchsvoller geworden.

Dennoch betont die Staatsregierung: „Die Arzneimittelversorgung ist flächendeckend sichergestellt.“ Trotz rückläufiger Apothekenzahlen sieht sie aktuell keine grundlegenden Versorgungsprobleme. Die bestehenden Strukturen würden weiterhin funktionieren und eine ausreichende Versorgung gewährleisten.

Die AfD bewertet diese Einschätzung kritischer. In der Anfrage wird darauf hingewiesen, dass wirtschaftlicher Druck langfristig zu weiteren Schließungen führen könne. Besonders kleinere und inhabergeführte Apotheken könnten davon betroffen sein, was sich vor allem in ländlichen Regionen bemerkbar machen würde.

Versorgung gesichert – trotz regionaler Unterschiede

Auch bei der Frage nach möglichen Engpässen bleibt die Staatsregierung zurückhaltend. Sie räumt ein, dass es regionale Unterschiede geben könne, etwa zwischen städtischen und ländlichen Gebieten. Insgesamt werde die Versorgungslage jedoch weiterhin als stabil eingeschätzt.

Zugleich verweist sie auf bestehende Sicherungssysteme. „Die Versorgung wird durch ein flächendeckendes Netz an Apotheken sowie den organisierten Notdienst gewährleistet.“ Damit hebt sie insbesondere die Rolle der Notdienstapotheken hervor, die auch außerhalb der regulären Öffnungszeiten eine kontinuierliche Versorgung ermöglichen.

Darüber hinaus wird deutlich, dass die Staatsregierung derzeit keinen akuten Handlungsbedarf sieht. Die vorhandenen Strukturen würden aus ihrer Sicht ausreichen, um die Versorgung sicherzustellen, auch wenn sich die Rahmenbedingungen verändert hätten.

Staatsregierung: Werden Entwicklung kontinuierlich beobachten

Die AfD stellt dem mögliche langfristige Risiken gegenüber. In der Anfrage wird darauf hingewiesen, dass steigende Kosten und ausbleibende Anpassungen bei der Vergütung für rezeptpflichtige Arzneimittel die wirtschaftliche Lage vieler Apotheken zusätzlich verschärfen könnten. Daraus könnten sich mittel- bis langfristig Auswirkungen auf die Versorgung ergeben.

Auch die Frage nach politischen Reaktionen bleibt offen. Die Staatsregierung verweist darauf, dass sie die Entwicklung kontinuierlich beobachte. Konkrete Maßnahmen zur Anpassung der Vergütung oder gezielte Förderprogramme für Apotheken werden in der Antwort jedoch nicht genannt. (loh)

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