Landtag

Rost und Verwitterungen: Viele Brücken Bayerns gehören dringen saniert. (Symbolfoto: dpa)

07.01.2016

Bayerns Brücken-Debakel

Jede vierte Brücke Bayerns ist marode. Eine Anfrage der SPD enthüllt den großen Sanierungsbedarf. Fraktionschef Rinderspacher ist entsetzt

Etwa jede vierte Brücke an öffentlichen Straßen in Bayern ist nach Einschätzung der Behörden ein Sanierungsfall. Das geht aus einer Antwort des Innenministeriums auf eine Anfrage von SPD-Landtagsfraktionschef Markus Rinderspacher hervor. Demnach müssten 1291 der insgesamt 5085 Brücken in näherer Zukunft instand gesetzt werden, weil "Standfestigkeit und/oder Dauerhaftigkeit" des Bauwerks beeinträchtigt sein können.

Rinderspacher kritisierte den Investitionsstau am Mittwoch scharf: "Was die CSU-Regierung hier mit den Brücken treibt, ist versteckte und verschleppte Staatsverschuldung."

Tatsächlich saniert werde nur ein Bruchteil der Brücken, monierte der SPD-Fraktionschef. So sollten in Schwaben von 149 sanierungsbedürftigen Brücken ganze 17 instand gesetzt werden. "Hier wird die Sicherheit der Menschen gefährdet und die Verschuldung einfach den künftigen Steuerzahlern aufgebürdet."

173 Brücken sind in so schlechtem Zustand, dass sie umgehend saniert werden müssten

Auch die Freien Wähler kritisierten die Landesregierung scharf: "Der Sanierungsstau unserer Brücken spiegelt den schlechten Zustand der gesamten Verkehrsinfrastruktur wider - mit der Reparatur hängt Bayern mehr als zehn Jahre hinterher", sagte der stellvertretende Vorsitzende Thorsten Glauber. Die Staatsregierung feiere zwar einen Rekordhaushalt nach dem anderen, lebe aber tatsächlich "von der Substanz - und auf Kosten künftiger Generationen".

Das Ministerium teilt den Zustand der Brücken nach Schulnoten ein: Die 1291 sanierungsbedürftigen Brücken sind diejenigen, denen die Bauämter die Note vier - "ausreichend" - oder schlechter gegeben haben. Immerhin 173 Brücken sind demnach mit Note fünf oder sechs beurteilt und in so schlechtem Zustand, dass sie umgehend saniert werden müssten. Die restlichen reparaturbedürftigen Brücken sind mit "ausreichend" bewertet und müssten demnach "kurzfristig" saniert werden.

Der ministeriellen Auflistung zufolge sind die Brücken in den beiden südlichen Regierungsbezirken und in Niederbayern in etwas besserem Zustand als in den drei fränkischen Regierungsbezirken und der Oberpfalz: Dort stehen 2403 staatliche Brücken, von denen 678 saniert werden müssten. In Schwaben, Oberbayern und Niederbayern dagegen sind nach dem amtlichen Zahlenwerk lediglich 613 Bauwerke reparaturbedürftig, obwohl dort insgesamt 279 Brücken mehr stehen. Rinderspacher fordert nun von der Staatsregierung die schnellstmögliche Aufstockung ihres Reparaturetats. (dpa)

Kommentare (0)

Es sind noch keine Kommentare vorhanden!
Die Frage der Woche

Soll Cannabis legalisiert werden?

Unser Pro und Contra jede Woche neu
Diskutieren Sie mit!

Die Frage der Woche – Archiv
Vergabeplattform
Vergabeplattform

Staatsanzeiger eServices
die Vergabeplattform für öffentliche
Ausschreibungen und Aufträge Ausschreiber Bewerber

Jahresbeilage 2020

Nächster Erscheinungstermin:
10.Dezember 2021

Weitere Infos unter Tel. 089 / 29 01 42 54 /56
oder
per Mail an anzeigen@bsz.de

Download der aktuellen Ausgabe vom 11.12.2020 (PDF, 15 MB)

E-Paper
Unser Bayern

Die kunst- und kulturhistorische Beilage der Bayerischen Staatszeitung

Unser Bayern

LesenNachbestellen

Nur für Abonnenten

Shopping
Anzeigen Mediadaten
BR Player
Bayerischer Landtag
Abo Anmeldung

Benutzername

Kennwort

Bei Problemen: Tel. 089 – 290142-59 und -69 oder vertrieb@bsz.de.

Abo Anmeldung

Benutzername

Kennwort

Bei Problemen: Tel. 089 – 290142-59 und -69 oder vertrieb@bsz.de.