Landtag

Die Chefin der Landtags-Grünen Katharina Schulze auf der Herbstklausur der Grünen. (Foto: Heinz Wraneschitz)

29.09.2026

Die heimische Wirtschaft stärken

Landtagsfraktion der Grünen auf Energieklausur in Nürnberg

Wenn sich mehrere Dutzend Menschen in einem trockenen, ehemaligen Hallenbadbecken angeregt über Wind, Sonne, Bioenergie unterhalten, dann ist das: Die Herbstklausur von Bayerns Bündnisgrüner Landtagsfraktion. So geschehen dieser Tage im Nürnberger Seminaris-Hotel.

Okay: Vormittags war die Klausur so verlaufen, wie man sich solche Politik-Treffen vorstellt. Mit Ex-Fußballer und Neu-Schneekoppe-Unternehmer Philip Lahm sowie Joe Kaeser, dem früheren Siemens-Vorstand waren zwei ziemlich bekannte Menschen bei Katharina Schulze und ihren Landtagskollegen zu Gast. Man muss ja auch etwas bieten, worüber die Presse berichten kann. So wie sich andere Parteien abends gerne Prominente zu Kamingesprächen einladen.

Die offensichtlich wieder mehr hin zu ihren Ökowurzeln tendierenden Grünen wollten aber lieber „in der Klausur mit vielen Leuten reden“: Das stellte Verena Osgyan – als Nürnberger Abgeordnete quasi die Gastgeberin – zur Begrüßung der Gäste klar. Denn es seien „herausfordernde Zeiten. Wir wollen wissen: Was brauchen Sie politisch von uns?“

Und das konnten die bunt gemischte Runde in diesem „Bürgerdialog Freiheitsenergien“ genannten Format den Abgeordneten auch wirklich direkt nahebringen. Dafür waren am Hallenbadboden einige Thementische aufgestellt: Von „Raus aus Öl und Gas – Erneuerbare Heizungen jetzt!“ über „Günstige Energie für alle!“, „Mobil auch ohne Auto – attraktiv für alle!“, bis zu „Geld sparen und verdienen – mit Erneuerbaren Energien!“

Jeweils ein Landtagsmitglied sowie eine Fachperson aus der Wirtschaft standen als Gesprächspartner bereit. Und die Gäste – von Privatleuten über Energie-Unternehmer, Lokalpolitik-Repräsentanten verschiedener Parteien bis zu Genossenschafts-Mitgliedern war alles vertreten – nutzten die Gelegenheit so ausgiebig, dass der Zeitplan ins Wanken geriet.

Auch wenn „die aktuellen Krisen Angst machen: ich bin optimistisch“, erklärte die wohl immer strahlende Fraktionschefin Katharina Schulze einleitend. Ihre Partei wolle „lieber die heimische Wirtschaft unterstützen, statt Autokraten zu finanzieren“, merkte sie mit Blick auf die massiven Importe vor allem von Öl und Gas an. „Davon wollen wir weg – rein in die Energiefreiheit.“

Ein Thementisch war passend dazu mit „Energie, Rohstoffe, Digitalisierung – Was die Wirtschaft jetzt braucht!“ beschildert. Neben MdL Barbara Fuchs stand dort Martina Badock Rede und Antwort, Chefin der Fürther Präzisionsformenbau- und Kunststoffverarbeitungs-Firma Hoefer & Sohn.

Und wer am Ende all der Tisch-Gespräche deren Zusammenfassungen hörte, bekam den Eindruck: Alle waren sich irgendwie einig, dass „in den Erneuerbaren Energien der Schatz liegt, den wir heben müssen“. So jedenfalls formulierte es Schulze.

Doch war nach diesen „Gesprächen mit denen, die positiv eingestellt sind“ (Schulze) auch die Selbsterkenntnis zu vernehmen: „Wir müssen mehr aufklären über die Folgekosten von Öl und Gas. Vor allem aber müssen wir Positives stärker kommunizieren.“ Scheint, als könnten selbst Politiker dazulernen, wenn sie nicht nur mit Promis, sondern auch mit Normalmenschen reden.
(Heinz Wraneschitz)

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