Landtag

Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger hat sich bislnag nicht gegen Corona impfen lassen. (Foto: dpa/Matthias Balk)

10.11.2021

FW-Fraktion: Aiwanger soll sich impfen lassen

Der Parlamentarische Geschäftsführer Fabian Mehrig mahnt seinen FW-Chef, Vorbild zu sein

Bayerns Vize-Regierungschef Hubert Aiwanger droht nach Ansicht seines eigenen Parteifreundes Fabian Mehring ohne eine Corona-Impfung das politische Abseits. "Sein Ruf nach Normalität ist aber erst dann glaubwürdig, wenn er selbst geimpft ist. Zudem wird es für ihn schwierig werden, sein öffentliches Amt auszuüben, wenn er durch die von ihm selbst beschlossene 2G-Regel von der Öffentlichkeit ausgeschlossen ist", sagte Mehring, der auch Parlamentarischer Geschäftsführer der Landtagsfraktion der Freien Wähler ist, der "Augsburger Allgemeinen" (Mittwoch).

Aiwanger ist der einzige Minister im bayerischen Kabinett, der sich bisher nicht für eine Corona-Impfung entschieden hat. Der Chef der Freien Wähler hatte diese Entscheidung unter anderem mit Berichten über massive Nebenwirkungen auch in seinem Bekanntenkreis begründet. Zugleich hatte er betont, sich bei dieser persönlichen Entscheidung von niemandem drängen zu lassen. Seither hatte Aiwanger sich etwa vor öffentlichen Auftritten oder Kabinettsbesuchen regelmäßig auf das Virus testen lassen.

Im Falle einer landesweiten 2G-Regel wäre Aiwanger diese Möglichkeit aber verwehrt, da dann auch Getestete den Zugangsbeschränkungen bei öffentlichen Veranstaltungen unterliegen. In der Praxis dürfte Aiwanger genau das Prinzip bereits in der kommenden Woche zu spüren bekommen: Beim Presseempfang seiner eigenen Landtagsfraktion gilt dann bereits die 2G-Regel - somit hat Aiwanger hier keinen Zugang.

Mehring weiter: "Angesichts der dramatischen Lage in den Kliniken wäre der Zeitpunkt jetzt goldrichtig, sich impfen zu lassen und damit Vorbild für all jene zu werden, die bislang noch zweifeln", betonte Mehring. Gleichwohl halte er Aiwangers Stimme für die Freiheit in der Corona-Debatte "für wertvoll".

Generell sei die Situation angesichts der hohen Infektionszahlen schwierig, "nach allem, was wir wissen, steht uns ein brutaler Winter bevor", sagte Mehring. Impfen und testen seien die einzigen Waffen gegen Corona. "Wir kämpfen aktuell an zwei Fronten - gegen das Virus und gegen einen irrlichternden Teil unserer Gesellschaft, der alle wissenschaftlichen Fakten ignoriert." Ob Mehring damit auch Aiwanger meinte, ließ er im Interview offen.
(dpa)

 

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