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Fachkräfte aus dem Ausland sollen mit der Chancenkarte leichter Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt erhalten. (Foto: dpa/Zoonar/Wosunan Photostory)

05.04.2026

Kaum Chancen für die Chancenkarte in Bayern

Die Chancenkarte soll Fachkräfte nach Deutschland bringen. Doch der Freistaat nutzt den neuen Weg zur Fachkräftegewinnung bisher nur zögerlich – warum?

In Deutschland fehlen Hunderttausende Fachkräfte. Die Ampel-Regierung hat daher die sogenannte Chancenkarte eingeführt. Sie ermöglicht qualifizierten Menschen aus Drittstaaten, auch ohne konkretes Jobangebot nach Deutschland einzureisen. Die Idee: Unternehmen erhalten Zugang zu einem größeren Bewerberpool, Fachkräfte wiederum können leichter nach Jobs suchen.

Seit Juni 2024 können Fachkräfte mit in Deutschland anerkannten Abschlüssen oder über ein Punktesystem eine Chancenkarte für ein Jahr erhalten. Sie kann um bis zu zwei Jahre verlängert werden, wenn ein Job hierzulande in Aussicht ist, aber die Arbeitserlaubnis noch fehlt.

Geringe Nutzung in Bayern

Besonders hoch ist das Interesse von Menschen aus Indien und China. Bundesweit wurden bis Mitte 2025 rund 11 500 solcher Visa ausgestellt.

In Bayern blieb die Nutzung hingegen vergleichsweise gering. Bis Ende November 2025 hatten laut Innenministerium nur 434 Personen eine Aufenthaltserlaubnis in Form einer Chancenkarte – das ergab eine Anfrage des SPD-Landtagsabgeordneten Arif Taşdelen. Verlängert wurde bisher lediglich eine Chancenkarte. Daten zu abgelehnten Anträgen, Qualifikationen, Übergängen in Beschäftigung oder Mangelberufen würden nicht erfasst.

Kritik an Umsetzung und Verfahren

Taşdelen kritisiert das: „Wer den Erfolg eines Instruments nicht misst, kann es auch nicht wirksam steuern“, sagt er der Staatszeitung. Am meisten wundert er sich aber darüber, dass die Antragstellung für die Chancenkarte in Bayern nicht online möglich ist. Wann dies der Fall sein wird, sei „offen“, schreibt die Staatsregierung in ihrer Antwort. Taşdelen gibt zu bedenken: „Wer Fachkräfte gewinnen will, darf sie nicht erst durch analoge Verfahren ausbremsen.“ (David Lohmann)

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