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Tablet als Hausaufgabenhilfe? (Foto: dpa/photothek.de/Thomas Trutschel)

03.11.2025

KI an Schulen: "Nur Selberdenken macht schlau"

Bildungsausschuss: Anhörung zum Einsatz digitaler Endgeräte und von KI an Schulen

Bayerns Schulen bereiten Kinder und Jugendliche noch zu wenig auf den richtigen Umgang mit digitalen Medien und künstlicher Intelligenz (KI) vor. Das wurde bei einer Expertenanhörung im Bildungsausschuss deutlich.

Die Bilanz der Fachleute: Es gehe weniger darum, Tablets und KI im Unterricht einzusetzen, als den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeiten und Grenzen der Technik aufzuzeigen und darzustellen, wie sie diese als eines von mehreren Arbeitsmitteln nutzen. Dies müsse altersgerecht und zeitlich begrenzt schon in der Grundschule beginnen.

Thematisiert wurden dabei allerdings auch die gesundheitlichen Gefahren, die mit zu viel Bildschirmzeit verbunden sein können. Als noch vielfach unzureichend wurde der Ausbildungsstand von Lehrkräften bei der Integration digitaler Inhalte in den Unterricht kritisiert. Hier müsse die Lehreraus- und -fortbildung intensiviert werden.

Einen extrem restriktiven Einsatz digitaler Medien im Unterricht forderte der emeritierte Psychiatrieprofessor Manfred Spitzer. Die gesundheitlichen Risiken bildschirmgestützter Medien seien vor allem bei jüngeren Kindern immens. Spitzer nannte unter anderem Kurzsichtigkeit, Inaktivität und eine geschädigte Hirnentwicklung. Vor diesem Hintergrund sollten aus medizinischer Sicht im Kindergarten und in der Grundschule „definitiv keine digitalen Medien eingesetzt“ werden. Die Verwendung von KI führe zu „oberflächlichem Denken“. Für das Gehirn gelte: „Nur Selberdenken macht schlau“, sagte Spitzer.

Einsatz von Tablets muss altersgerecht sein

Die übrigen Fachleute lehnten ein Einsatzverbot digitaler Medien bis in die Mittelstufe dagegen als kontraproduktiv ab. Es sei Aufgabe der Schule, Kinder und Jugendliche frühzeitig im Umgang mit der modernen Medienwelt zu schulen. „Wir müssen die Kinder auf diesen Wahnsinn vorbereiten, denn der geht ja nicht weg, nur weil wir uns nicht damit beschäftigen“, erklärte die Münchner Pädagogikprofessorin Uta Hauck-Thum. Es brauche deshalb eine altersgerechte Verknüpfung von analogem und digitalem Lernen im Unterricht. Dies müsse nicht unbedingt mit mehr Bildschirmzeit einhergehen. Würden Tablets und Co nur als Buch- oder Heftersatz genutzt, sei das wenig sinnvoll, meinte Hauck-Thum.

Ihr Bamberger Kollege Karl-Heinz Gerholz betonte, man könne die digitale Transformation nicht aufhalten. Kinder und Jugendliche darauf vorzubereiten, dürfe die Schule nicht den dabei oft überforderten Eltern und der Gesellschaft überlassen. „Wir brauchen den altersgerechten und schulspezifischen Einsatz digitaler Medien“, sagte er. Genau um die von Spitzer aufgeführten gesundheitlichen Folgen zu vermeiden, müssten die Kinder in der Schule zum richtigen Umgang auch in ihrer Freizeit angeleitet werden. Zudem müsse ihnen vermittelt werden, sich bei Recherchen nicht allein auf KI zu verlassen.

Um die Schülerinnen und Schüler flächendeckend auf den gleichen Stand zu bringen, plädierte unter anderem die medienpolitische Beraterin Doris Sippel für ein bayernweit gültiges medienpädagogisches Gesamtkonzept. Es dürfe nicht von der einzelnen Schule oder einer Lehrkraft abhängen, wie intensiv und umfassend digitales Lernen und das Zurechtkommen in der digitalen Welt bei den Kindern ankomme. Dies sei auch eine Frage der Bildungsgerechtigkeit.

Vor diesem Hintergrund forderte Sippel eine Verstärkung der medienpädagogischen Inhalte in der Lehrerausbildung und fortlaufende Schulungen für die richtige Nutzung und Anwendung digitaler Medien im Unterricht. (Jürgen Umlauft)

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