Landtag

Stets liebenswürdig und auf Ausgleich bedacht: der scheidende Amtschef Peter Worm. (Foto: dpa/Lennart Preiss)

28.03.2026

Landtagsdirektor Peter Worm: Ein Ausnahmebeamter

Landtagsdirektor Peter Worm verabschiedet sich in den Ruhestand. Warum er länger blieb als geplant, welche Krisen seine Amtszeit geprägt haben – und wer ihm nachfolgt

Nach 40 Jahren im Dienst des Hauses verabschiedet sich Landtagsdirektor Peter Worm mit Wirkung zum 1. April in den Ruhestand. Seit 2009 stand der gebürtige Oberfranke an der Spitze der Landtagsverwaltung.

Begonnen hatte der Jurist seine Tätigkeit im Maximilianeum 1986 in der Rechtsabteilung, später war er unter anderem Büroleiter des damaligen Präsidenten Wilhelm Vorndran und Leiter des Plenarreferats.

Verlängerung über die Altersgrenze hinaus

Eigentlich hätte Worm altersbedingt seinen Ruhestand schon 2023 antreten müssen. Doch auf Bitten der heutigen Präsidentin Ilse Aigner hat er dreimal um ein Jahr verlängert: „Mein Job hat mir immer Spaß gemacht, für mich war Work immer auch Life.“

Jetzt aber, mit bald 69 Jahren, merke er, „dass es langt“.

Prägende Momente seiner Amtszeit

Drei Ereignisse sind ihm aus seiner langen Zeit im Maximilianeum besonders im Gedächtnis geblieben.

1996 die Debatten zum Schwangerenberatungsgesetz, dessen Verabschiedung die Opposition durch tage- und nächtelanges Filibustern zu verhindern versuchte – mit Peter Worm als Wächter über die Geschäftsordnung.

Dann 2013 die Verwandtenaffäre, in der es Worm zwischen dem Recht von Medien und Bevölkerung auf Transparenz und der Wahrung der Persönlichkeitsrechte der betroffenen Abgeordneten fast zerrissen hätte.

Und schließlich die Corona-Zeit, als er für einen rechtssicheren und die Ansteckungsgefahr minimierenden Parlamentsbetrieb sorgen musste.

Digitalisierung und struktureller Wandel

Zu den Errungenschaften Worms gehört die Digitalisierung des Landtags. Früher verließen die Landtagsdruckerei täglich mehrere Tausend Blatt Papier, heute gibt es Anträge, Gesetzesvorlagen, Petitionsvorgänge und interne Kommunikation fast nur noch elektronisch.

Unter Worms Einfluss ist die Mitarbeiterstruktur vor allem in Führungspositionen weiblicher geworden. Und zuletzt lief unter seiner Aufsicht im Maximilianeum das größte Bauprogramm seit dessen Errichtung vor fast 200 Jahren an.

Würdigung und Nachfolge

Am Donnerstag wurde Worm offiziell von Aigner verabschiedet. „Dieses Haus, wir alle und die Demokratie in Bayern haben dir sehr zu danken“: Mit diesen Worten hatte sie ihren Verwaltungschef schon kürzlich gelobt.

Sein Nachfolger wird Ministerialdirigent Andreas Kamml (47), der Aigner bereits seit 2004 in verschiedenen Positionen als enger Mitarbeiter begleitet, zuletzt als ihr Büroleiter und Chef des Leitungsstabs im Landtag. (Jürgen Umlauft)

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