Landtag

Gerhard Hopp überreicht Ilse Aigner seinen Krimi. (Foto: Landtag/Rolf Poss)

27.05.2021

Mord im Auftrag der Demokratieförderung

Der Abgeordnete Gerhard Hopp (CSU) hat einen spannenden Landtags-Krimi geschrieben

Eine Leiche zu Füßen des Landtags, ein Abgeordneter unter Verdacht, Bombenanschläge in München und ein Schatz, der in den geheimnisvollen Katakomben unter dem Maximilianeum versteckt sein soll – in einem Mann, der sich so etwas ausdenkt, muss viel Fantasie stecken. Mörderische Fantasie.

Ausgerechnet am Tag des Sommerempfangs der Landtagspräsidentin auf Schloss Schleißheim lässt der CSU-Abgeordnete Gerhard Hopp in seinem ersten Krimi die Mauern des Maximilianeums erbeben. Von einem Psychopathen mit einem unheilvollen Plan. Die Akte Schleißheim (heute erschienen im Emons Verlag) beginnt mit einem Mord, den Stefan Huber beim Joggen beobachtet. Huber ist wie Hopp ein junger Abgeordneter der konservativen Partei. „Aber Huber ist fiktiv“, betont der 40-jährige Oberpfälzer. Wobei, wer Hopp etwas besser kennt, findet auch kleine Parallelen. Etwa wenn Huber ein wichtiges Redemanuskript liegen lässt. „Das passiert mir auch dauernd“, sagt Hopp und lacht.

Denn das ist auch eine Seite des Krimis: Der Leser lernt mit Huber nebenbei auch das Alltagsleben im Landtag kennen. Zur Spannung gesellt sich eine Portion politischer Bildung. Ganz ohne aufdringliche Belehrung. Die Idee kam Hopp auf einer langen Autofahrt: „Den Leuten den Landtag mal auf eine ganz andere Art näherzubringen – in einer spannenden Geschichte.“ Ähnlich wie die Kinderbuch-Reihe Isar-Detektive von Anja Janotta, die Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) auf den Weg gebracht hat. Hopp aber schreibt jetzt für Jugendliche und Erwachsene.

„Schmutzeleien gibt es nicht“

Hopp gibt einen Einblick in die Welt der Abgeordneten. Beschreibt die Nervosität vor einer Rede im Plenum. Oder lässt einen Abgeordneten einen blöden Witz reißen. (Tatsächlich nimmt er sich hier selbst aufs Korn – Hopp ist im Landtag bekannt für seinen manchmal etwas schrägen Wortwitz.) Ganz nach dem Motto: Politiker sind halt auch nur Menschen wie du und ich.

Im Vordergrund aber steht der fiktive Krimi, untermalt mit vielen echten historischen Bezügen. So spielen die Katakomben des Landtags eine große Rolle, der Grundsteinfund 1998 oder auch ein Geheimgang, der tatsächlich erst vor ein paar Jahren entdeckt wurde. Akribisch hat Hopp, Politikwissenschaftler und Historiker, mithilfe des Landtagsamts Pläne des Maximilianeums durchforstet.

Hopp, der auch Vorsitzender des Bayerischen Bibliotheksverbands ist, hofft nun auf eine große Zahl begeisterter Leser. Nicht weil er mit dem Buch reich werden möchte. Alle Gewinne gehen an Sternstunden, einer Benefizaktion des Bayerischen Rundfunks. Sondern weil er Neugierde wecken will – für den Landtag als Ort der Demokratie. Eine Fortsetzung der Geschichte hat Hopp schon im Kopf. Jetzt ist er aber erst einmal gespannt auf die Reaktionen, besonders auch auf die der Kolleg*innen im Landtag. Falschen Erwartungen baut er gleich schon mal vor: „Schmutzeleien gibt es nicht“, sagt Hopp und lacht.
(Angelika Kahl)

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