Landtag

Der Freistaat bleibt als Arbeitgeber attraktiv. Trotz eines fehlenden Abiturjahrgangs blieben die Bewerberzahlen für den öffentlichen Dienst weitgehend stabil. (Foto: dpa/Matthias Balk)

17.07.2026

Weiterhin großes Interesse an Beamtenlaufbahn

Der öffentliche Dienst bleibt in Bayern attraktiv. Trotz des G9-Effekts rechnet der Landespersonalausschuss schon für die nächste Einstellungsrunde wieder mit steigenden Bewerberzahlen

Der öffentliche Dienst bleibt attraktiv. Trotz des Wegfalls eines ganzen Abiturjahrgangs wegen der Umstellung von G8 auf G9 brachen die Bewerbungszahlen im vergangenen Jahr nicht ein. Für die zweite Qualifikationsebene, den früheren mittleren Dienst, gab es 4542 Bewerberinnen und Bewerber, annähernd so viele wie im Jahr davor. 3329 waren es bei der dritten Qualifikationsebene, dem früheren gehobenen Dienst. Das bedeutet einen Rückgang von rund 1100 Bewerbungen – was aber „weniger schlimm als befürchtet“ war, wie Horst Wonka, Generalsekretär des Landespersonalausschusses, im Ausschuss für Fragen des öffentlichen Dienstes erklärte. Und so gab es auf der zweiten Qualifikationsebene 1836 und auf der dritten 1274 Einstellungen, was zusammengenommen etwa dem Vorjahresniveau entspricht. Für die nächste Bewerbungsrunde deute sich schon jetzt ein Anstieg in beiden Ebenen an, sagte Wonka.

Attraktiver Arbeitgeber

Der Landespersonalausschuss (LPA) organisiert die zentralen Auswahlverfahren für die Qualifikationsebenen. Er achtet zudem auf die Gleichbehandlung in der Anwendung des Beamtenrechts, etwa bei Einstellungen oder Beförderungen. Gleichzeitig sucht der LPA auch nach Lösungen, wenn im Einzelfall beispielsweise eine schnellere Beförderung angebracht wäre. Außerdem berät er Verwaltungen, etwa bei der Anerkennung von Berufsqualifikationen aus Nicht-EU-Staaten. Seit Kurzem wirbt der LPA dafür sogar auf Instagram.

KI soll unterstützen, nicht ersetzen

Der beim Finanzministerium angesiedelte LPA versuche stets, passgenaue Lösungen zu finden, die mit dem Beamtenrecht vereinbar seien, lobte Ausschussvorsitzender Martin Brunnhuber (Freie Wähler). Sein Stellvertreter Alfred Grob (CSU) zeigte sich mit den Bewerbungszahlen sehr zufrieden. „Es ist wichtig, motivierte und kompetente Leute zu bekommen.“ Verena Osgyan (Grüne) ergänzte, der öffentliche Dienst genieße in Bayern einen guten Ruf. Bei der Gewinnung von Fachkräften, insbesondere im Lehramt, müsse aber noch mehr getan werden.

Einig waren sich die Abgeordneten mit Wonka beim Thema Künstliche Intelligenz: Standardprozesse könne KI beschleunigen, den Menschen werde sie jedoch nicht ersetzen. (Thorsten Stark)

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