Landtag

Trotz „Bauturbo“ bleibt offen, ob neue Baugenehmigungen am Ende auch bezahlbaren Wohnraum schaffen. (Foto: dpa/Michael Bihlmayer)

15.05.2026

Wohnungen verzweifelt gesucht

Der Bauturbo soll den Wohnungsbau beschleunigen – aber er sorgt nicht für billigeres Bauen

In Bayern fehlen rund 233 000 Wohnungen. Das geht aus einer neuen Studie des Pestel-Instituts hervor. Der einst von der Ampel-Regierung beschlossene „Bauturbo“ soll helfen, den Wohnungsbau zu beschleunigen: Gemeinden können so schneller Baurecht schaffen und teils auf langwierige Bebauungspläne verzichten. Ob das gelingt, ist offen. Das zeigt eine Anfrage des Grünen-Landtagsabgeordneten Jürgen Mistol.

Rund ein halbes Jahr nach Inkrafttreten fehle es an belastbaren Erfahrungen, heißt es in der Antwort des Bauministeriums. Der Freistaat erwartet allerdings „positive Impulse“, etwa schnellere Verfahren und „zusätzliches Wohnraumpotenzial“. Mit dem „Bau-Turbo“ sollen Kommunen Genehmigungsverfahren deutlich beschleunigen können.

Bezahlbarer Wohnraum bleibt die offene Frage

Doch was bringen neue Wohnungen, wenn viele Menschen sich die nicht leisten können? Kritiker sehen darin den Schwachpunkt des Bauturbos. Verbindliche Vorgaben für günstige Wohnungen oder Sozialwohnungsquoten sah das Gesetz nie vor. An den eigentlichen Kostentreibern ändert es wenig: Hohe Bodenpreise, teure Kredite, Baukosten und Fachkräftemangel bremsen den Wohnungsbau. Wer teures Bauland kauft, holt die Kosten oft über Kaufpreise oder Mieten wieder herein.

Weitere Ansätze für günstigeres Bauen

Parallel wird an anderen Wegen gearbeitet, um Bauen günstiger zu machen. Beim Gebäudetyp-e sollen Standards sinken. Unternehmen setzen zudem auf serielles und modulares Bauen. Auch Aufstockungen, leer stehende Büros oder Bauen im Bestand gelten als Hebel. Grünen-Mann Mistol hält die Idee seiner Partei trotz Kritik für sinnvoll. Er fordert aber Nachbesserungen.

Von der Staatsregierung erwartet er eine „klare Aussage dazu, ob und wo der Bauturbo tatsächlich mehr bezahlbaren Wohnraum schafft“. Zwar könne der Turbo Verfahren verkürzen und Projekte ermöglichen, die sonst an langen Planungsprozessen scheitern. Doch er fordert, „Beschleunigung mit Preis- und Bodenpolitik zu verbinden“. Wie das gehen soll? Die Antwort ist offen. Experten bezweifeln allerdings, dass der Bauturbo allein die Wohnungskrise lösen kann. (David Lohmann)

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