Leben in Bayern

Im Verdi-Gewerkschaftshaus in Nürnberg wird ein Brief mit weißem Pulver gefunden - und einer Drohung. Die Substanz entpuppt sich schließlich als harmlos. (Foto: picture alliance/dpa/NEWS5, Sven Grundmann)

18.02.2026

"Anschlag auf demokratisches Grundrecht auf Streik": Verdächtiges Pulver in Nürnberger Gewerkschaftshaus gefunden

Ein Umschlag mit verdächtigem Inhalt im Nürnberger Gewerkschaftshaus hat einen größeren Rettungseinsatz ausgelöst - sich aber letztlich als harmlos herausgestellt. In dem Brief seien ein verdächtiges weißes Pulver und ein Drohschreiben gewesen, teilt die Nürnberger Stadtverwaltung mit

Ein Umschlag mit verdächtigem Inhalt bei der Gewerkschaft Verdi hat einen größeren Rettungseinsatz in Nürnberg ausgelöst - sich aber letztlich als harmlos herausgestellt. In dem Brief seien ein verdächtiges weißes Pulver und ein Drohschreiben gewesen, sagte der Sprecher der Nürnberger Stadtverwaltung, Andreas Franke. 

"Bei dem Pulver handelt es sich um keine gefährliche Substanz", teilte die Stadtverwaltung mit, nachdem Spezialkräfte der Münchner Feuerwehr und Experten des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) den Stoff untersucht hatten. Elf Personen in der betroffenen Etage des Gewerkschaftshauses müssten zunächst weiterhin im Gebäude bleiben. Alle anderen könnten den Bau verlassen. 

Vorsorglich in Quarantäne 

Drei Menschen im Gewerkschaftshaus am Kornmarkt hatten dem Sprecher zufolge direkten Kontakt zu der Substanz. Bei acht weiteren Personen auf dem Stockwerk sei noch unklar, ob diese in Berührung mit dem Pulver gekommen seien. 

"Eine Person, die unmittelbar mit der Substanz in Kontakt kam, zeigte sich infolge des Ereignisses psychisch stark belastet und galt dadurch als mittelschwer erkrankt", teilte Sohrab Taheri-Sohi vom Bayerischen Roten Kreuz mit. "Sie befindet sich in Quarantäne und wird betreut." Die anderen zehn Personen waren vorsorglich in Quarantäne. 

Feuerwehr mit mehreren Dutzend Einsatzkräften 

Das Gewerkschaftshaus war zwischenzeitlich von den Sicherheitskräften abgesperrt worden. Die Feuerwehr rückte laut Franke mit mehreren Dutzend Einsatzkräften an und baute vorsorglich eine Dekontaminationsstraße auf. 

Die Polizei ermittelt weiterhin zu den Hintergründen. Welchen Inhalt das Drohschreiben hat, wollte ein Sprecher aus ermittlungstaktischen Gründen nicht sagen.

"Wir verurteilen die Drohung auf das Schärfste. Ganz offensichtlich wollen die Täter Angst und Verunsicherung verbreiten. Wir verzeichnen in den letzten Monaten eine Zunahme von Drohungen, die sich im Kern dagegen richten, dass die Menschen ihr demokratisches Grundrecht auf Streik wahrnehmen", sagt Luise Klemens, Landesbezirksleiterin von ver.di Bayern. Diese Entwicklung sei besorgniserregend. Alle Demokratinnen und Demokraten seien aufgerufen, sich diesen Tendenzen entschieden entgegenzustellen.

DGB entsetzt

Der Deutsche Gewerkschaftsbund Bayern erklärt sich derweil solidarisch mit den Kolleginnen und Kollegen. Der Vorsitzende des DGB Bayern, Bernhard Stiedl, sagt: „Was hier passiert ist, macht fassungslos. Wer Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter mit solchen Drohungen einschüchtern will, überschreitet jede Grenze und stellt sich gegen die Spielregeln unserer Demokratie. Tarifkonflikte werden in diesem Land am Verhandlungstisch und, wenn nötig, mit Streiks ausgetragen – nicht mit Drohungen und Gewaltfantasien.“

Stiedl betont: „Das Streikrecht ist ein zentrales Grundrecht und unverzichtbarer Bestandteil der sozialen Marktwirtschaft." Es sorge dafür, dass Beschäftigte ihre Interessen wirksam vertreten könnten und dass es einen fairen Ausgleich zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern gebe. Der DGB-Landeschef  sagt: "Wer dieses Recht infrage stellt, richtet sich letztlich gegen alle Beschäftigten.“ (dpa, rs, till)

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