Leben in Bayern

Maßkrüge beim politischen Aschermittwoch: Trotz der Einstufung als „stiller Tag“ sind deftige Reden und Bier in Bayern an diesem Datum Tradition. (Foto: dpa/Sven Simon)

18.02.2026

Aschermittwoch: Debatte um stille Tage flammt neu auf

Politisches Derblecken mit Bierkrug – aber Tanzverbot im Club? Der Bund für Geistesfreiheit wirft der Staatsregierung am Aschermittwoch "verlogene Politik" vor und kritisiert die Regeln zu stillen Tagen

Der Bund für Geistesfreiheit (BFG) kritisiert die politischen Aschermittwochsveranstaltungen von CSU und Freien Wählern in Bayern als „ziemlich verlogene Politik“. Hintergrund ist das bayerische Feiertagsgesetz, das an sogenannten stillen Tagen öffentliche Partys und Club-Veranstaltungen untersagt, um deren „ernsten Charakter“ zu wahren.

Auch der Aschermittwoch zählt zu diesen stillen Tagen. „Trotzdem finden an diesem Tag die politischen Aschermittwochs-Veranstaltungen vieler Parteien statt, auf denen es zum guten Ton gehört, sich bestenfalls über den politischen Gegner lustig zu machen, schlimmstenfalls ihn als Person herabzuwürdigen“, teilte der Verband mit Sitz in München mit.

Doppelte Maßstäbe am Aschermittwoch

BFG-Vorsitzende Assunta Tammelleo sagte: „Aber zugleich an stillen Tagen wie Gründonnerstag, Allerheiligen und sieben weiteren Tagen das Feiern und Tanzen in Clubs und Diskotheken zu verbieten, das ist schon eine ziemlich verlogene Politik der bayerischen Staatsregierung. Entweder jemandem ist der ernste Charakter eines Tages wichtig oder eben nicht.“

Der Bund für Geistesfreiheit setzt sich seit Jahren dafür ein, Tanzveranstaltungen auch an stillen Tagen zuzulassen. Der Streit darüber landete zuletzt mehrfach vor Gericht. (dpa)

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