Leben in Bayern

Am Welfen-Gymnasium begleiten Kriseninterventionsteams den ersten Schultag nach der Gewalttat. (Foto: dpa/Michael Nibel)

09.07.2026

Erster Schultag nach "schrecklichen Stunden" in Oberbayern

Am Welfen-Gymnasium in Schongau beginnt nach der mutmaßlichen Amoktat wieder der Unterricht. Kriseninterventionsteams begleiten Schüler und Lehrkräfte bei der Rückkehr in den Schulalltag

Nach der mutmaßlichen Amoktat an einem Gymnasium im oberbayerischen Schongau geht dort heute die Schule weiter. Zur Tagesordnung übergehen wolle man aber nicht, sagte ein Sprecher des zuständigen Landratsamtes. Kriseninterventionsteams sollen für Gespräche vor Ort sein und den Schülern und Lehrern helfen, das zu verarbeiten, was am Mittwoch an ihrer Schule geschehen ist.

„Die Bilder dieses Tages werden uns noch lange begleiten“, schrieb der Erste Bürgermeister Thomas Schleich auf Instagram. „Ein Tag, der uns alle verändert hat.“ Die Erlebnisse am Welfen-Gymnasium seien „das, wovor wir uns alle immer am meisten gefürchtet haben“, schrieb Schleich, dankte den Einsatzkräften und versprach Schülern, Eltern und Lehrern: „Wir lassen Euch jetzt nicht allein.“

Tat beschäftigt Schule und Ermittler

„Wir werden Zeit brauchen, um das Erlebte zu verarbeiten“, schrieb der Bürgermeister. „Aber wir werden diesen Weg gemeinsam gehen.“

Einige der Schüler erlebten hautnah, wie ein ehemaliger Mitschüler das Schulgelände betrat, laut Polizei einen Schuss aus einer Pistole abgab und dann, als die Waffe versagte, mit einem Messer auf zwei 13-Jährige losging. Die Schülerinnen wurden dabei so schwer verletzt, dass eine von ihnen mit einem Rettungshubschrauber in eine Klinik geflogen werden musste. Inzwischen sind beide außer Lebensgefahr.

Suche nach Motiv läuft weiter

Doch das Geschehene dürfte in dem 12.000-Einwohner-Ort und vor allem an der Schule mit ihren rund 800 Schülerinnen und Schülern sowie 80 Lehrkräften nachwirken.

Lehrkräfte unterstützten die Polizei dabei, den mutmaßlichen Täter zu überwältigen. Dabei handelt es sich um einen 16-Jährigen, der laut Polizei wegen psychischer Probleme in Behandlung war und schon vorher Drohungen ausgesprochen haben soll.

Wie er an die Schusswaffe kam und was ihn zu der Tat bewegt haben könnte, ist noch unklar. Die Wohnung des Jugendlichen wurde durchsucht, dabei soll vor allem nach Hinweisen auf das Motiv gesucht werden. Auch seine Hardware wird ausgewertet. Wie genau der Tatvorwurf lautet und ob wegen eines versuchten Tötungsdelikts gegen ihn ermittelt wird, ist nun Sache der Staatsanwaltschaft.

„Wir erleben schreckliche Stunden hier in Schongau“, hatte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) nach einem Besuch in der Schule gesagt. „Wir stehen schockiert vor dieser irrsinnigen Tat.“ (dpa)

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