Leben in Bayern

Die Gewaltbereitschaft ist im Gefängnis besoders hoch. (Foto: dpa)

11.10.2018

Gewalt hinter Gittern nimmt zu

Immer häufiger kommt es in bayerischen Gefängnissen zu Attacken unter Häftlingen. Die Justizbeamten fordern Konsequenzen von der Politik

Die Gewalt in bayerischen Gefängnissen hat erneut zugenommen: 216 Mal griffen Insassen im vergangenen Jahr andere Gefangene an. Das waren 37 Fälle mehr als 2016, wie aus Zahlen des bayerischen Justizministeriums hervorgeht. Seit 2013 stieg die Zahl damit stetig an, damals waren es noch 109 Gewalttaten zwischen Gefangenen. Als Grund nannte eine Sprecherin, dass es im Freistaat insgesamt mehr Häftlinge gebe. Von 2015 bis 2017 sei die Zahl um fast 1500 auf knapp 28 400 Insassen gestiegen.

In 50 Fällen griffen Gefangene im vergangenen Jahr Justizmitarbeiter an; das waren 15 weniger als 2016. In neun Fällen wurden Gefängnis-Insassen einer Sexualstraftat beschuldigt, wie das Landeskriminalamt mitteilte. Das waren drei Fälle mehr als im Vorjahr.

Mehr Videoüberwachung

Das Justizministerium kündigte an, die Videoüberwachung in den Unterkunftsgebäuden und Arbeitsbetrieben auszubauen und die Beschäftigungssituation von Gefangenen zu verbessern.
"Die Zahl der gewaltbereiten Gefangenen nimmt stetig zu", mahnte der Vorsitzende des Landesverbands der Bayerischen Justizvollzugsbediensteten, Ralf Simon. Er verwies auf die Drogenprobleme von Häftlingen, einen hohen Ausländeranteil und die Zahl psychisch auffälliger Gefangener in den Haftanstalten. "Das alles sind Probleme, die es zwar auch früher gab, jedoch nicht in diesem Ausmaß wie heute."

Von der Politik forderte Simon mehr Personal für die Justizvollzugsanstalten. Eine höhere Präsenz bedeute auch eine höhere Sicherheit für die Angestellten. Außerdem brauche es mehr Geld, zum Beispiel eine Gefahrenzulage als "ein Zeichen der Wertschätzung für den schwierigen Dienst". Um Nachwuchsprobleme in den Griff zu bekommen, fordert der Verband eine Zulage für Beamte während der Ausbildung.

Vereinzelt kommt es in den bayerischen Haftanstalten auch zu sexuellen Übergriffen durch Justizmitarbeiter. Im vergangenen Jahr habe es zwei Sexualstraftaten gegeben, teilte ein LKA-Sprecher mit. (dpa)

Einen Online-Kommentar verfassen - so geht's

Scrollen Sie einfach ans Ende des Artikels, den Sie kommentieren wollen und geben Sie Ihre E-Mail-Adresse und einen nickname an. Die Nennung Ihres Namens ist freiwillig. Für die Nutzer sichtbar ist in jedem Fall NUR der nickname. Sie müssen sich auch nicht auf unserer Homepage anmelden. Aber unsere Netiquette akzeptieren. Und schon können Sie loslegen!

Kommentare (0)

Es sind noch keine Kommentare vorhanden!

Neuen Kommentar schreiben

Die Frage der Woche

Frage der Woche KW 41 (2018)

Umfrage Bild
Abstimmen
CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.
 
Unsere Umfragen sollen Trends aufzeigen und haben keinen repräsentativen Charakter.

Lesen Sie dazu in der Bayerischen ­Staatszeitung vom 12. Oktober 2018 auch die Standpunkte unserer Diskutanten:

Hans Theiss
(CSU), Arzt, Münchner Stadtrat und Landtagskandidat

(JA)

Stephan Pilsinger (CSU), Arzt und Mitglied des Gesundheitsausschusses im Bundestag

(NEIN)

arrow
Facebook
Vergabeplattform
Vergabeplattform

Staatsanzeiger eServices
die Vergabeplattform für öffentliche
Ausschreibungen und Aufträge Ausschreiber Bewerber

Jahresbeilage 2018

Nächster Erscheinungstermin:
30.November 2018

Anzeigenschluss: 9.November 2018

Weitere Infos unter Tel. 089/290142--54/56 oder
per Mail an anzeigen@bsz.de

Download (PDF, 18 MB)

E-Paper
Unser Bayern

Die kunst- und kulturhistorische Beilage der Bayerischen Staatszeitung

Unser Bayern

LesenNachbestellen

Nur für Abonnenten

Shopping
Anzeigen Mediadaten
eaper
E-Paper
ePaper
zum ePaper
Abo Anmeldung

Benutzername

Kennwort

Bei Problemen: Tel. 089 – 290142-59 und -69 oder vertrieb@bsz.de.