Leben in Bayern

Die 191. Wiesn: Andrea Kaiser, (l-r) Oliver Pocher, Alessandra Meyer-Wölden, Simona Weiß, Lisa Arnemann, und Joelina Drews und Adrian Louis feiern im Käferzelt. (Foto: dpa)

19.09.2026

Wiesnstart: So verlief der erste Tag

Das 191. Münchner Oktoberfest ist eröffnet. Das Bier fließt in Strömen., Am ersten Tag hatten die Wiesnsanitäter wie in der Vergangenheit einiges zu tun. Ein Gast brach sich beim Armdrücken den Arm. Andere hatten zu viel Alkohol intus. Und die Promis ließen sich im Käferzelt ablichten. Alles wie immer also? Nur fast: Manches ist neu.

Das 191. Münchner Oktoberfest ist eröffnet. Neu-Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) zapfte pünkltlich um 12 Uhr bei seiner Anstich-Premiere mit zwei Schlägen das erste Fass Bier an und startete mit dem "O'zapft is" das weltberühmte Volksfest. Die erste Maß Bier reichte er der Tradition folgend dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU). Während Böllerschüsse den Start des Festes verkündeten, stießen beide auf eine friedliche Wiesn an.

Zehntausende, die in den Zelten seit dem Morgen noch ohne Bier ausgeharrt hatten, bekamen nun auch ihre ersehnte Maß. Unter den Gästen im Schottenhammelzelt waren zahlreiche Prominente wie FC-Bayern-Star Joshua Kimmich, Moderator Florian Silbereisen, DJ Ötzi, das Schlager-Duo Marianne und Michael, Ex-Grünen-Chefin Ricarda Lang, Franz Herzog von Bayern und der Chefdirigent der Münchner Philharmoniker, Lahav Shani. 

Einzug der Wiesnwirte

Mit festlich geschmückten Kutschen und Fuhrwerken sind die Münchner Wiesnwirte und Brauereien auf die Theresienwiese gezogen. Dabei gab es eine Neuerung: Erstmals stoppte der Zug für eine Gedenkminute am Haupteingang der Wiesn, dem Ort des rechtsextremistisch motivierten Oktoberfestattentats im Jahr 1980. 
Angeführt wurde der Festzug von den Münchner Brauereien und ihren prächtig geschmückten Gespannen. Dahinter folgten die Wirte der großen und kleinen Festzelte. Tausende Zuschauer säumten die Strecke und jubelten dem Festzug zu. 

Innehalten für Opfer des Wiesnattentats

Neu-Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) nahm erstmals als Stadtoberhaupt am Einzug teil - und brachte eine Neuerung mit: Die Gedenkminute für die Attentatsopfer war seine Initiative. 

Krause trat gemeinsam mit den Bürgermeisterinnen Mona Fuchs (Grüne) und Verena Dietl (SPD) an das Denkmal. Dort war zu diesem Anlass zu Beginn des Festes ein Blumengesteck niedergelegt. Nachdem der Oberbürgermeister zurück in die Kutsche gestiegen war, hielt er noch kurz inne, bevor der Zug dann wieder Fahrt aufnahm. 

Bei dem Bombenanschlag am Abend des 26. September 1980 waren zwölf Menschen getötet und mehr als 200 verletzt worden. Auch der rechtsextreme Attentäter Gundolf Köhler starb. "Das Oktoberfest zu feiern und den rechtsextremen Bombenanschlag von 1980 dabei nicht zu vergessen, das gehört für die Stadt München zusammen", erklärte Krause zur Begründung. Es sei für ihn als neuer Oberbürgermeister wichtig zu zeigen, "dass es für mich Teil des Oktoberfestes ist". Zum Gedenken selbst sei er leider dieses Jahr nicht in München, sondern in Baden-Baden für die Entscheidung über die deutsche Olympiabewerbung.

Sonniger Start in die Wiesn

Bei mildem, sonnigem Volksfestwetter zogen die Menschen - die meisten kamen in Dirndl und Lederhose - schon morgens Richtung Festgelände. Blauer Himmel und Sonnenschein, aber nicht heiß wie im Vorjahr: Es herrschte optimales Volksfestwetter. 

Die Ersten hatten schon in den frühen Morgenstunden noch im Dunkeln an den Zäunen rund um die Wiesn ausgeharrt. Als die Eingänge um kurz nach 9 Uhr öffneten, stürmten sie im Laufschritt zu den Bierzelten, um einen guten Platz zu ergattern. Allerdings stoppten die Sicherheitskräfte immer wieder den Ansturm, so dass die Menschen nur nach und nach aufs Gelände gelangten. 

Sanitäter hatten einiges zu tun

Im Laufe des ersten Tages hatten die Sanitäter der Wiesnwache bereits einiges zu tun. Knapp vier Stunden nach dem Anstich auf der Wiesn wurde zum Beispiel ein 19-Jähriger als erster Patient mit Alkoholvergiftung von Sanitätern behandelt. Der Besucher musste den Angaben zufolge gegen 15.45 Uhr mit einer Trage zur Sanitätstation geholt werden. 

Wie das Team der Aicher Ambulanz auf dem Oktoberfest berichtete, hat der junge Mann das Wiesnbier deutlich unterschätzt - so sehr, dass er nicht mehr stehfähig gewesen sei: "Seine Freunde alarmierten uns, unser Team kümmerte sich vor Ort mit Vitalkontrolle und einer Infusion." 

Vorsorglich sei auch abgeklärt worden, ob möglicherweise doch eine plötzliche Erkrankung mit dahinterstecken könnte. Der 19-Jährige wurde untersucht und sollte bei Bedarf auch eine Untersuchung in dem Computertomographen bekommen, der seit einigen Jahren eigens auf der Wiesn aufgestellt wird. 

Arm dran, weil sein Arm schwächer war, ist nun auch ein Berliner Wiesn-Gast. Der 25-jährige Hauptstädter zog beim Armdrücken auf dem Oktoberfest den Kürzeren und brach sich dabei den Arm, wie die Wiesn-Sanitäter der Aicher Ambulanz mitteilten. 

"Aktuell kümmern wir uns im Akutraum um den armen Kerl", teilte das Aicher-Team mit - und verwies auf das Fußballergebnis vom Vortag: Gestern sieben Gegentore gegen die Bayern, heute ein Armbruch auf der Wiesn: Für Berlin läuft's in München gerade nicht rund." Der FC Bayern hatte am Vorabend des Oktoberfest-Beginns dem 1. FC Union Berlin mit einem 7:0 kräftig eingeschenkt.

Der Wechsel der Sportart auf dem Oktoberfest habe leider keine Trendwende gebracht, schrieb das Aicher-Team weiter. "Wir wünschen gute Besserung! Für die nächste Revanche empfehlen wir nur Daumen drücken."

Rund 430 Einsatzkräfte, darunter 36 Ärztinnen und Ärzte, kümmern sich über die 16 Festtage hinweg im Rund-um-die-Uhr-Betrieb um die Gesundheit der Wiesn-Besucher. In der Spitzenbesetzung wie am Eröffnungssamstag sollten ungefähr 140 Menschen auf der Sanitätsstation im Einsatz sein.

Von 7.000 Patienten fast 40 Prozent alkoholbedingte Notfälle  

Über die Jahre hat sich die Wiesn-Sanitätsstation zu einer Art Mini-Klinik entwickelt. Sie verfügt neben dem Computertomographen und die Möglichkeit, Blutwerte vor Ort zu testen, Wunden zu nähen und Patienten insbesondere mit Alkoholvergiftungen auch über Nacht zu betreuen. Damit trägt das Aicher-Team zur Entlastung der umliegenden Labore und Kliniken bei. 

Auf der Wiesn 2025 behandelte der Sanitätsdienst 7.158 Personen. Bei rund 39 Prozent der Fälle handelte es sich um alkoholbedingte Notfälle. Ein gutes Drittel waren chirurgische Verletzungen, internistische und sonstige Beschwerden machten 26 Prozent aus.

Promins feiern

Diverse Promis wie der TV-Star Oliver Pocher, und die Schönheit Alessandra Meyer-Wölden feiert im Käferzelt (Foto). Auch anderswo ging es heiß her.

Mehr Sicherheit nach Überfüllung

Das Sicherheitskonzept der Wiesn wurde nachgeschärft, nachdem es im Vorjahr am zweiten Samstag auf der überfüllten Wiesn zu gefährlichen Situationen gekommen war. Von einer neuen Koordinierungsstelle für Sicherheitskräfte und Stadt auf dem Gelände sollen die Besucherströme auf dem Festgelände beobachtet und bei Bedarf gesteuert werden. 

Mehr als 50 KI-gestützte Kameras sollen rechtzeitig gefährliche Ansammlungen von Menschen erkennen lassen. Zudem ist an den besucherstarken Tagen ein sogenannter Crowdspotter im Einsatz, der die Besucherströme im Blick behält - und bei Bedarf Durchsagen an die Gäste macht.

Etwa 600 Polizeibeamte und Hunderte Ordner der Stadt München wie auch der Festwirte sind rund um das Fest im Einsatz. Die Polizei sieht sich auch mit Blick auf die jüngsten Drohnen-Vorfälle gut vorbereitet. Es gebe dabei auch Unterstützung vom neuen Drohnenkompetenz- und -abwehrzentrum.

An den Eingängen gibt es Einlasskontrollen. Messer und andere gefährliche Gegenstände sind verboten, für Messer gilt sogar eine Verbotszone rund um das Fest. (till/dpa)
 

Kommentare (0)

Es sind noch keine Kommentare vorhanden!
Die Frage der Woche
X
Vergabeplattform
Vergabeplattform

Staatsanzeiger eServices
die Vergabeplattform für öffentliche
Ausschreibungen und Aufträge Ausschreiber Bewerber

Beilagen

> Das neue vbw Unternehmermagazin ist online

„Die Bundesregierungskoalition hat noch schnell Reformen angekündigt, ehe sie sich in die Berliner Sommerpause verabschiedete. Eine Sommerpause übrigens, die sich die Wirtschaft nicht leistet. Unternehmer und Manager sind stets am Sprung“, sagt Bertram Br

> Das einblicke-Magazin der Bundesgesellschaft für Endlagerung ist online

Die Suche nach dem sichersten Ort für unseren Atommüll ist eine staatliche Jahrhundertaufgabe. Das einblicke-Magazin der Bundesgesellschaft für Endlagerung stellt vier Menschen vor, die diese Mission bei der Bundesgesellschaft für Endlagerung mit ihre

> Änderung der Gemeindeordnung

Liebe Leserinnen und Leser des Kommunalen Taschenbuchs, die Gemeindeordnung des Freistaats Bayern hat sich am 23. Dezember 2025 nach Redaktionsschluss (14. November 2025) nochmals geändert. Die entsprechenden Seiten können Sie hier herunterladen.

Jahresbeilage 2025

Nächster Erscheinungstermin:
28. November 2026

Weitere Infos unter Tel. 089 / 29 01 42 54 /56
oder
per Mail an anzeigen@bsz.de

Download der aktuellen Ausgabe vom 28.11.2025 (PDF, 16,5 MB)

E-Paper
Unser Bayern

Das kunst- und kulturhistorische Online-Magazin der Bayerischen Staatszeitung

Abo Anmeldung

Benutzername

Kennwort

Bei Problemen: Tel. 089 – 290142-59 und -69 oder vertrieb@bsz.de.

Abo Anmeldung

Benutzername

Kennwort

Bei Problemen: Tel. 089 – 290142-59 und -69 oder vertrieb@bsz.de.

Unser Bayern - Nachbestellen

Aktuelle Einzelausgaben des Online-Magazins „Unser Bayern” können im ePaper der BSZ über den App-Store bzw. Google Play gekauft werden.