Leben in Bayern

Für viele ein Genuss: Die Wiesnmaß. (Foto: dpa)

13.09.2026

Wiesn-Bier: Das sollten Sie über die sechs Sorten wissen

Sechs Münchner Brauereien bieten auf dem Oktoberfest ihr eigenes Festbier an - jedes nach geheimem Spezialrezept gebraut und mit individuellem Geschmack. Die Bier hat einen höheren Alkoholgehalt. Konkurrenz müssen die Wiesnbrauereien bislang nicht fürchten

Goldgelb, malzbetont und mit rund sechs Prozent Alkohol: Das eigens für das Oktoberfest gebraute Bier ist stärker als ein gewöhnliches Helles. Die traditionelle Bierprobe vor dem Oktoberfest zeigt die Eigenheiten der sechs Münchner Festbiere - und markiert zugleich den Countdown zum Wiesnstart in einer Woche. An die sieben Millionen Liter des speziellen Gerstensafts werden alljährlich auf dem Fest getrunken. 

Sechs Brauereien, streng geheime Rezepte 

Die auf der Wiesn vertretenen Münchner Traditionsbrauereien Augustiner, Hacker-Pschorr, Hofbräu, Löwenbräu, Paulaner und Spaten brauen jeweils ihr eigenes Oktoberfestbier - nach streng geheim gehaltenen Rezepten. Vorgeschrieben sind für alle Biere die Münchner Herkunft, die Einhaltung des Reinheitsgebots und eine Stammwürze von mindestens 13,6 Prozent. Die höhere Stammwürze sorgt für mehr Alkohol und einen volleren Geschmack. 

"Sonnig gelb", "wohlklingend im Abgang" und "charaktervoll" 

Die Braumeister setzen aber unterschiedliche Schwerpunkte. "Zarte Süße", "wohlklingend im Abgang", "erfrischend süffig", "würzig floral", "elegant malzbetont" und "charaktervoll" - so wohlklingend beschreiben die Brauereien ihre Biere. Und auch bei der Farbe gibt es Unterschiede, sie rangiert von "sonnig gelb" bis "eher dunkel". 

Leicht trinkbar - und gelegentlich ein Fall für die Sanitäter 

"Auf jeden Fall sind sie alle wie jedes Jahr einzigartig und gelungen", fasst Andreas Maisberger, Geschäftsführer des Vereins Münchener Brauereien, zusammen. Es sei nicht einfach, das Festbier mit dem höheren Anteil an Stammwürze zu brauen. Es seien karamellige Noten dabei, aber auch hopfen- oder malzbetonte. "Es ist so eine Vielfalt, dass mit Sicherheit für jeden etwas dabei ist." 

Die Unterschiede zwischen den sechs Bieren liegen vor allem in der Auswahl und Kombination von Malzen, Hopfen, Hefe sowie im jeweiligen Brau- und Lagerverfahren. Der Alkoholgehalt liegt zwischen 5,3 und 6,6 Prozent. Die Rezepte variieren auch je nach der aktuellen Ernte, wie Maisberger erklärt.

Anders als das traditionelle, dunklere Märzen, das früher auf dem Oktoberfest ausgeschenkt wurde, ist das heutige Festbier grundsätzlich deutlich heller und leichter trinkbar. Speziell in der Schwüle der Zelte rinnt der Gerstensaft leicht die Kehle hinunter - was auch wegen des höheren Alkoholgehalts dem einen oder anderen Wiesngast zum Verhängnis wird. Mehr als ein Drittel der Patienten der Wiesn-Sanitätswache mussten im vergangenen Jahr wegen Alkoholintoxikation versorgt werden.

Maß bleibt unter 16 Euro

In jedem Festzelt wird jeweils das Festbier ausgeschenkt. Die Maß kostet dieses Jahr zwischen 14,80 Euro und 15,90 Euro. Damit bleibt der Preis unter der viel beachteten Marke von 16 Euro pro Maß. Dennoch stiegen die Preise nach Angaben der Stadt München im Durchschnitt um 2,38 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. 2025 hatte die Maß noch zwischen 14,50 Euro und 15,80 Euro gekostet.

Das Wiesnbier in Flaschen ist inzwischen längst in den Supermärkten im In- und Ausland angekommen. Bevor die Wiesn beginnt, ist es in diversen Ländern zu haben, unter anderem in Italien ist das Bier beliebt. Das Oktoberfest beginnt am nächsten Samstag und dauert bis zum 4. Oktober.

Konkurrenz auf der Wiesn müssen die sechs Münchner Brauereien bislang nicht fürchten. Auf dem Oktoberfest dürfen traditionell nur die sechs großen Münchner Traditionsbrauereien ihr Bier ausschenken: Dies sind Augustiner, Hacker-Pschorr, Hofbräu, Löwenbräu, Paulaner und Spaten. (dpa/BSZ)

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