Politik

10.09.2026

Ist die Einführung eines Bayernjahrs sinnvoll?

Mit dem sogenannten Bayernjahr, einem freiwilligen Gesellschaftsjahr, wollen die Landtagsfraktionen von CSU und Freien Wählern vor allem junge Menschen dazu motivieren, sich über mehrere Monate hinweg gesellschaftlich zu engagieren. Sozialpolitiker Thomas Huber (CSU) ist von dem Projekt überzeugt. Katrin Ebner-Steiner, Vorsitzende der AfD-Fraktion im Landtag, lehnt das Bayernjahr dagegen ab

Das Bayernjahr soll bestehende Freiwilligendienste bündeln und attraktiver machen. Der Start ist im Herbst 2027 oder im Frühjahr 2028 vorgesehen. Um die Teilnahme schmackhaft zu machen, sind verschiedene Belohnungen im Gespräch.

JA

Thomas Huber, Sozialpolitiker der CSU-Fraktion im Landtag

Unsere Gesellschaft lebt davon, dass Menschen sich einbringen, Verantwortung übernehmen und füreinander da sind. In aufgewühlten Zeiten wie diesen ist das umso wertvoller. Mit der Aussetzung von Wehr- und Zivildienst ist für viele junge Menschen aber ein selbstverständlicher Berührungspunkt mit sozialen Einrichtungen und gesellschaftlichem Engagement verloren gegangen. Das Bayernjahr schafft hier neue Chancen: Es soll Orientierung bieten, Einblicke in soziale und andere Berufsfelder eröffnen und kann den Weg in ein dauerhaftes Ehrenamt ebnen. Gleichzeitig stärkt es Gemeinsinn, Zugehörigkeit und den Zusammenhalt in Bayern. Dabei bauen wir auf bestehenden Freiwilligendiensten auf, vernetzen vorhandene Strukturen und schaffen mit einem einfachen Zugang und attraktiven Anreizen zusätzliche Motivation. So verbindet das Bayernjahr persönliche Orientierung mit einem echten Mehrwert für unsere Gesellschaft.

NEIN

Katrin Ebner-Steiner, Vorsitzende der AfD-Fraktion im Landtag

Junge Menschen sind mit Ausbildung und Studium, Berufseintritt und Familiengründung genug ausgelastet. Wir lehnen das von CSU und Freien Wählern geplante Bayernjahr daher ab. Die Regierungskoalition will damit nur von ihrem Versagen bei der Sicherung des Gesundheitswesens, der Pflege und der Kinderbetreuung ablenken. Sie untergräbt die beruflichen Perspektiven der Jugend durch Deindustrialisierung. Jedes Jahr verlassen gut ausgebildete junge Menschen in Scharen unser Land, weil sie sich von den Steuerlasten erdrückt fühlen. Viele werden auch durch Cancel-Culture, Einschränkungen der Meinungsfreiheit und die migrationsbedingte Kriminalitätsexplosion vertrieben. Auch die Streichung des Familiengelds und der Wortbruch beim Kinderstartgeld gehen zulasten der Jugend. Die Staatsregierung sollte lieber dafür sorgen, dass genug Fachkräfte zur Verfügung stehen und angemessen bezahlt werden.
 

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