Leben in Bayern

Am Freitag in Neu-Ulm: Auf einer Baustelle in der Innenstadt wurde diese 500 Kilo schwere Fliegerbombe gefunden. Zur Entschärfung mussten rund 12.000 Bewohner evakuiert werden. (Foto: Stefan Puchner/dpa)

16.04.2018

Warum gibt es so viele Bombenfunde?

In Bayerns Städten fehlt es an Wohnungen - es wird gebaut, gegraben, nachverdichtet. Das bedeutet auch für den Kampfmittelräumdienst viel Arbeit

Nahezu wöchentlich beschäftigen Bombenfunde auf Baustellen im Freistaat Behörden, Polizei, Anwohner und den Kampfmittelräumdienst. In Neu-Ulm lösten seit März an nur einer Baugrube drei Fliegerbomben aufwendige Evakuierungsaktionen aus. Experten zufolge zeigt die Zahl der Funde die rege Bautätigkeit in Bayern. Laut Innenministerium gibt es keine Zahlen zu den noch nicht gefundenen Bomben und Granaten aus dem Weltkrieg.

2015 und 2016 wurden mehr als 60 Tonnen Weltkriegsmunition beseitigt, 2014 waren es gut 50 Tonnen. Im Jahr 2013 fielen gar 180 Tonnen an Bomben, Granaten und Munition an. 2012 waren es etwa 60 Tonnen. Fast 200 Blindgänger mussten 2016 und 2014 entschärft werden, 2015 waren es etwa 140 Bomben, wie das Innenministerium mitteilt. Gerade Städte, Industriegebiete, Bahnhöfe oder Rüstungsbetriebe seien bevorzugte Angriffsziele gewesen. Dort finden sich viele der Blindgänger.

"Es wird viel gebaut, gerade in Städten. Es wird nachverdichtet und Flächen, die lange brachlagen, werden zu Baustellen", sagt der Umweltschutztechniker Dieter Neumann, der in München eine Firma für Kampfmittelräumung betreibt. "Ein Ende ist noch lange nicht in Sicht."

In der Pflicht steht der Grundstückseigentümer

Die Grundstückseigentümer stünden in der Pflicht, wenn es um Gefahren durch Kampfmittel geht, sagt Neumann. Weil Baufirmen keine Risiken eingehen wollen, ließen sie Grundstücke vor den Bauarbeiten von einer Fachfirma auf Kampfmittel hin untersuchen. "Man versucht zu vermeiden, dass erst der Baggerfahrer auf eine Bombe stößt." Wenn nun eine Fachfirma ein Fundstück als Bombe identifiziere, verständige sie das staatliche Sprengkommando, das dann für Entschärfung und Abtransport zuständig sei.

Der Einsatz des staatlichen Kampfmittelräumdienstes ist nach Angaben des Innenministeriums kostenfrei. Für die Suche nach Kriegsmunition auf einem Grundstück durch eine Fachfirma ist der Eigentümer zuständig. Die Kosten für einen Großeinsatz im Zusammenhang mit dem Fund eines Blindgängers, etwa eine Evakuierung, stellen die Behörden dem Grundstückseigentümer "in aller Regel" nicht in Rechnung.
(dpa)

Einen Online-Kommentar verfassen - so geht's

Scrollen Sie einfach ans Ende des Artikels, den Sie kommentieren wollen und geben Sie Ihre E-Mail-Adresse und einen nickname an. Die Nennung Ihres Namens ist freiwillig. Für die Nutzer sichtbar ist in jedem Fall NUR der nickname. Sie müssen sich auch nicht auf unserer Homepage anmelden. Aber unsere Netiquette akzeptieren. Und schon können Sie loslegen!

Kommentare (0)

Es sind noch keine Kommentare vorhanden!

Neuen Kommentar schreiben

Die Frage der Woche

Frage der Woche KW 28 (2018)

Umfrage Bild
  • Ich habe die Hinweise zum Datenschutz und die AGB's zur Kenntnis genommen.
Abstimmen
CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.
 
Unsere Umfragen sollen Trends aufzeigen und haben keinen repräsentativen Charakter. Eine unsachgemäße Beeinflussung bei Onlineumfragen ist nicht auszuschließen.

Lesen Sie dazu in der Bayerischen ­Staatszeitung vom 13. Juli 2018 auch die Standpunkte unserer Diskutanten:

Albert Füracker
(CSU), bayerischer Finanzminister

(JA)

Thomas Mütze, finanzpolitischer Sprecher der Grünen im Landtag

(NEIN)

arrow
Facebook
Vergabeplattform
Vergabeplattform

Staatsanzeiger eServices
die Vergabeplattform für öffentliche
Ausschreibungen und Aufträge Ausschreiber Bewerber

Jahresbeilage 2017

Ausgabe vom
24. November 2017

Weitere Infos unter Tel. 089/290142-65 oder
per Mail an anzeigen@bsz.de

Download (PDF, 18 MB)

E-Paper
Unser Bayern

Die kunst- und kulturhistorische Beilage der Bayerischen Staatszeitung

Unser Bayern

LesenNachbestellen

Nur für Abonnenten

Shopping
Anzeigen Mediadaten
eaper
E-Paper
ePaper
zum ePaper
Abo Anmeldung

Benutzername

Kennwort

Bei Problemen: Tel. 089 – 290142-59 und -69 oder vertrieb@bsz.de.