Leben in Bayern

Trotz geplanter Stabilität drohen den Krankenkassen steigende Ausgaben. (Foto: dpa/Wolfgang Filser)

05.12.2025

Was Bayerns größte Krankenkasse als Beitragssatz plant

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) hatte angekündigt, dass die Beiträge 2026 im Schnitt nicht steigen werden. Etliche Kassen betonten, das Geld reiche nicht aus

Die AOK Bayern, die größte Krankenkasse im Freistaat, will 2026 offenbar mit einem stabilen Beitragssatz auskommen. Der Vorstand empfiehlt dem Verwaltungsrat, den Satz bei 17,29 Prozent vom Bruttolohn zu belassen, wie Vorstandsvorsitzende Irmgard Stippler in München erklärte. Die endgültige Entscheidung fällt am 19. Dezember. Damit liegt die AOK unter dem vom Bundesgesundheitsministerium errechneten durchschnittlichen Beitrag von 17,5 Prozent. Gleichzeitig betonte Stippler, dass die Kasse ihre Leistungsangebote unverändert beibehalten werde.

Andere Kassen warnen vor steigenden Kosten

Andere große Krankenkassen sehen die Lage deutlich kritischer. Jens Baas, Chef der Techniker Krankenkasse, rechnet bundesweit mit steigenden Beiträgen, und auch Andreas Storm von der DAK-Gesundheit warnte, dass umfangreiche Erhöhungen nötig seien, um die gesetzlich vorgeschriebene Rücklage von mindestens 20 Prozent einer Monatsausgabe aufzufüllen.

Forderungen an die Bundesregierung

Die AOK Bayern fordert daher von der Bundesregierung kurzfristige Maßnahmen gegen den Kostenanstieg in der gesetzlichen Krankenversicherung. Stippler warnte, ohne ein Sparpaket von rund zwei Milliarden Euro drohten steigende Beiträge. Dieses Vorhaben war bisher von den Bundesländern gestoppt und an den Vermittlungsausschuss verwiesen worden.

Mittel- und langfristig müsse die Politik sicherstellen, dass die Ausgaben der Kassen nicht schneller steigen als die Einnahmen, forderte Stippler: „Es muss Schluss sein mit politischer Flickschusterei.“ (dpa)

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