Politik

Die Ansbacher Oberbürgermeisterin Carda Seidel. (Foto: dpa)

25.07.2016

Sprengsatz in Ansbach detoniert – ein Toter

Schon wieder Bayern: In Ansbach bei Nürnberg ist am Sonntagabend mindestens ein Sprengsatz explodiert – ein Mann stirbt, es gibt mindestens zehn Verletzte. Ziel war wohl ein Musikfestival

Im fränkischen Ansbach ist am Sonntagabend mindestens ein Sprengsatz explodiert. Wie Bürgermeisterin Carda Seidel (parteilos) in der Nacht zum Montag vor Journalisten erklärte, gab es mindestens eine Detonation vor dem Eingang zu einem Musikfestival mit rund 2500 Besuchern. Ein Mann wurde getötet – vermutlich der Attentäter. Elf weitere Menschen wurden verletzt. Manche Zeugen hätten von einer Detonation gesprochen, andere von zwei. Die Explosion ereignete sich gegen 22.00 Uhr, wie ein Polizeisprecher sagte. Zahlreiche Sanitäter seien mit Tragen in der Innenstadt. Die komplette Altstadt war abgeriegelt, Anwohner konnten zunächst nicht zurück in ihre Häuser.

Auf der Promenade vor dem Ansbacher Schloss in der Innenstadt sammelten sich Rettungskräfte. Ein Hubschrauber mit Suchlicht kreiste über der Stadt

Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) war auf dem Weg nach Ansbach, wie ein Sprecher des Ministeriums sagte. Das Open-Air-Konzert wurde abgebrochen, die Besucher verließen den Veranstaltungsort. Bei den «Ansbach Open 2016» sollten am Sonntag die deutschen Pop-Sänger Joris, Philipp Dittberner und Gregor Meyle auftreten. Ansbach liegt in Mittelfranken. Die Stadt hat rund 40 000 Einwohner. Es ist das dritte blutige Ereignis innerhalb einer Woche in Bayern. Am Freitagabend hatte ein Amokläufer ganz München in Angst und Schrecken versetzt. Der 18-jährige Täter schoss in und vor einem Einkaufszentrum sowie in einem Schnellrestaurant um sich, tötete neun Menschen und schließlich sich selbst. Zuvor hatte ein 17-Jähriger am vorigen Montag in Würzburg mit einer Axt Fahrgäste in einem Zug schwer verletzt. Wenige Tage nach den Angriffen in München und Würzburg schreckte eine weitere Gewaltattacke viele Menschen auf: In Reutlingen bei Stuttgart rannte ein Mann am Sonntagnachmittag mit einer Machete durch die belebte Innenstadt. Während Passanten den sonnigen Nachmittag genießen, schlägt er mit der 30 bis 40 Zentimeter langen Waffe auf Fahrzeuge und Fußgänger ein. Zuvor hat der Mann eine schreckliche Bluttat begangen. Mit einer Machete verletzt er eine Frau nahe dem zentral gelegenen Busbahnhof – sie stirbt wenig später. Anhaltspunkte für einen terroristischen Anschlag gibt es nicht, wie ein Polizeisprecher mitteilte. Die Ermittler gehen von einer Beziehungstat aus. (BSZ/dpa)

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