Politik

Cem Özdemir und Manuel Hagel am Wahlabend. Für beide war's eine Überraschung. (Foto: dpa, Chris Emil Janßen)

13.03.2026

Nach der Baden-Württemberg-Wahl: Rauft Euch rasch zusammen!

Schon krass, die Performance von CDU und Grünen nach der Baden-Württemberg-Wahl. Während die Christdemokraten wahlweise beleidigt oder aggressiv reagieren, Posten einfordern und Grünen sowie Medien die Schuld am Wahlergebnis geben, diktieren Teile der Grünen dem Wahlsieger Özdemir personelle No-Gos. Sachfragen? Interessieren nicht. Ein Kommentar von Waltraud Taschner

Schon krass, die Performance von CDU und Grünen nach der Baden-Württemberg-Wahl. Während die Christdemokraten wahlweise beleidigt oder aggressiv reagieren, Posten einfordern und Grünen sowie Medien die Schuld am Wahlergebnis geben, diktieren Teile der Grünen dem Wahlsieger Özdemir personelle No-Gos. Sachfragen? Interessieren nicht.

Derweil meldet mit Porsche einer der größten Arbeitgeber im Ländle drastische Gewinneinbrüche: Der Konzern stürzt von 5,3 Milliarden Euro im Jahr 2024 auf jetzt 90 Millionen ab – ein Minus von 98 Prozent. Auch Bosch und Mercedes, zwei andere Großunternehmen in Baden-Württemberg, schwächeln massiv. Da würde man schon gern sehen, dass die wahrscheinlichen Koalitionäre Grüne und CDU sich schleunigst zusammensetzen und über die Zukunft des Landes sprechen. Stattdessen wird Zeit vergeudet mit Parteien- und Postengezänk – wie aus dem Lehrbuch für Politikverdrossenheit.

Wenn die Grüne Jugend jetzt einen Kursschwenk fordert, gleicht das einer Aufforderung zur Wählertäuschung


Ja, das Wahlergebnis fiel denkbar knapp zugunsten der Grünen aus. Aber gewonnen ist gewonnen. Es mutet höchst albern an, wenn die CDU nach den Patzern ihres offenbar überforderten Spitzenkandidaten Manuel Hagel mit dem Finger auf andere zeigt.
Tatsächlich liegen Özdemir und Hagel in zentralen Politikfeldern eng beisammen: Beide setzen auf eine restriktivere Migrationspolitik, legen den Fokus auf innere Sicherheit, wollen Autoindustrie und Unternehmen insgesamt helfen. Grüne Themen sind das nicht.

Im Wahlkampf hat Özdemir nicht ohne Grund maximale Distanz zu seiner Partei gehalten und zudem den einstigen Grünen-Querkopf Boris Palmer um Hilfe gebeten. Wenn jetzt aus der Ökopartei Forderungen nach einem Richtungswechsel kommen und die Grüne Jugend konkret verlangt, Palmer dürfe in einer neuen Regierung keine Rolle spielen, ist das im Grunde die Aufforderung zur Wählertäuschung. Hagel und Özdemir sollten jetzt zum Wohle des Landes Pragmatismus walten lassen und rasch eine Regierung bilden – gern mit dem Oberpragmatiker Palmer.

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