Politik

Auch Kinder unter 12 Jahren sollen bald geimpft werden. (Foto: dpa/Frank Rumpenhorst)

25.11.2021

Bayern bereitet sich auf Impfungen für Kinder vor

Die Zulassung des Biontech/Pfizer-Impfstoffs für Kinder ab fünf Jahren durch die europäische Arzneimittelbehörde EMA wird noch diese Woche erwartet

Bayern bereitet sich gemeinsam mit der Ärzteschaft und den Impfzentren auf die Impfung von Kindern ab fünf Jahren vor. Darauf wies Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek am Mittwochabend in Berlin hin. Der CSU-Politiker teilte mit: "Wir sind hier in enger Absprache mit dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte, die uns dabei unterstützen werden." Er halte es "für eine positive und wichtige Entwicklung, wenn der Impfstoff künftig auch für Kinder unter 12 Jahren eingesetzt werden könnte."

Die Zulassung des Biontech/Pfizer-Impfstoffs für Kinder ab fünf Jahren durch die europäische Arzneimittelbehörde EMA wird noch diese Woche erwartet. Laut dem geschäftsführenden Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sollen den Ländern ab dem 20. Dezember in einer ersten Lieferung 2,4 Millionen Dosen des Vakzins für Fünf- bis Elfjährige zur Verfügung gestellt werden. Die Ständige Impfkommission (Stiko) will ihre Empfehlung zur Corona-Impfung für Kinder in dieser Altersgruppe vor Jahresende abgeben.

"Eine Impfung wird sowohl bei den niedergelassenen Kinder- und Jugendärztinnen und -ärzten, den Hausärztinnen und -ärzten als auch in den Impfzentren möglich sein", sagte Holetschek. Gleichzeitig bat er Eltern um Geduld: "Klar ist: Der Impfstoff wird nicht schon nächste Woche zur Verfügung stehen."

Michael Hubmann vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte ergänzte: "Mit der Empfehlung zur Zulassung beginnt für unsere Mitglieder im Verband eine ganz wichtige Zeit der Vorbereitung auf die Impfungen der Jüngsten in unserer Gesellschaft. Wir werden dem Ministerium dabei beratend zur Seite stehen und sind schon jetzt auch bereit, mit den Eltern und ihren Kindern zu sprechen, um den Wert der Impfung - auch für unsere Jüngsten - noch einmal ganz klarzumachen."

Stiko-Chef zeigt Verständnis für Skepsis gegenüber Kinderimpfung

Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, kann nach eigenen Worten jedoch nachvollziehen, wenn Eltern einer Impfung ihrer Kinder skeptisch gegenüberstehen. "Das kann ich sehr gut verstehen, und es entspricht im Grunde auch dem Problem, vor dem die Stiko mit ihrer Empfehlung steht - nämlich dem Abwägen von Nutzen und möglichen "Restrisiken" bei den Kindern in dieser Altersgruppe", sagte Mertens der "Schwäbischen Zeitung" zur Impfung von Kindern von fünf bis elf Jahren.

In einer Zulassungsstudie der Firma Biontech/Pfizer seien keine schwerwiegenden Impfreaktionen oder Nebenwirkungen dokumentiert worden, sagte Mertens. Die Wirksamkeit des Impfstoffs entspreche bei den Kindern nach einer relativ kurzen Beobachtungszeit zudem etwa der bei den Erwachsenen. Zahlen aus den aktuellen Studien reichten aber nicht aus, um seltene Nebenwirkungen auszuschließen. Man müsse die Ergebnisse früherer Studien und Anwendungsdaten einbeziehen. Man bereite die Entscheidung über eine Empfehlung vor, sagte Mertens.

Die Ständige Impfkommission (Stiko) will ihre Empfehlung zur Corona-Impfung für Kinder von fünf bis elf Jahren vor Jahresende abgeben. Die Zulassung des Biontech/Pfizer-Impfstoffs für Kinder ab fünf Jahren durch die europäische Arzneimittelbehörde EMA wird noch diese Woche erwartet. Bisher sind Corona-Impfstoffe in der EU erst ab zwölf Jahren zugelassen. Die Stiko entwickelt als unabhängiges Gremium Impfempfehlungen und blickt dabei auf den Nutzen für Einzelne und die gesamte Bevölkerung.
(dpa)

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