Politik

In einer Nachrichtensendung wusste Minister Wadephul (CDU) nicht Bescheid: peinlich. (Foto: dpa/NurPhoto, Emmanuele Contini)

06.03.2026

Unhaltbar: Der Außenminister hat sich gleich mehrfach blamiert

Schön, dass jetzt die ersten deutschen Urlauberinnen und Urlauber aus Dubai sicher nach Deutschland gelangt sind. In den vergangenen Tagen landeten erstmals seit Beginn des Iran-Krieges wieder Maschinen von dort an deutschen Airports. Das ist die gute Nachricht. Die schlechte: Im Vorfeld hat sich Deutschlands Außenminister beim Thema Heimholung seiner Landsleute maximal blamiert. Und das gleich mehrfach. Ein Kommentar von Waltraud Taschner

Schön, dass jetzt die ersten deutschen Urlauberinnen und Urlauber aus Dubai sicher nach Deutschland gelangt sind. In den vergangenen Tagen landeten erstmals seit Beginn des Iran-Krieges wieder Maschinen von dort an deutschen Airports. Das ist die gute Nachricht.

Die schlechte: Im Vorfeld hat sich Deutschlands Außenminister beim Thema Heimholung seiner Landsleute maximal blamiert. Und das gleich mehrfach. Zu Wochenbeginn erklärte Minister Johann Wadephul lapidar, Evakuierungen deutscher Staatsbürgerinnen und Staatsbürger aus dem Nahen Osten „werden wir nicht machen können“. Dann deutete er an, wer dort seinen Urlaub verbringe, sei selbst schuld. Schließlich habe das Auswärtige Amt seit sechs Wochen vor Reisen in diese Region gewarnt. In einer Nachrichtensendung hielt der CDU-Politiker trotz mehrfacher Einwände, eine Reisewarnung habe nicht vorgelegen, an seiner Aussage fest.

Hilfe, so einen Außenminister braucht niemand

Tatsächlich war Wadephul im Irrtum. Die Reisewarnung, so musste er einräumen, existiert erst seit dem vergangenen Samstag. Unglaublich: Ein Außenminister ist beim aktuell brisantesten Problem nicht im Thema und setzt sich derart uninformiert in eine TV-Sendung. Mangelndes Selbstbewusstsein ist offenbar nicht sein Problem.

Mangel an Einfühlungsvermögen und Diplomatie schon. Als der Minister nach gewaltigem öffentlichem Druck erklärte, man versuche nun doch eine Evakuierung, hielt er Einschränkungen für angebracht: Steuermittel, sagte er empathiefrei, seien gerechtfertigt, wenn es um die Heimholung vulnerabler Gruppen gehe, also um Schwangere, Kranke und Kinder. Wie bitte? Was ist mit den anderen? Und statt mit den Airlines hinter den Kulissen an einer guten Lösung zu arbeiten, entfachte er eine öffentliche Debatte darüber, wer eigentlich zuständig ist.

Hilfe, so einen Außenminister braucht niemand. Dass es anders geht, zeigt Großbritannien. Premier Keir Starmer verkündete: „Es ist meine Pflicht, britische Leben zu schützen.“ So einen Satz hätte man von Wadephul auch gern gehört. 

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