Politik

Mit einem Begegnungsfest an einem "langen Tisch", Volksmusik und Tanzaufführungen hat in Brünn (Brno) der 76. Sudetendeutsche Tag begonnen. (Foto: dpa/Michael Heitmann)

23.05.2026

Deutschland und Tschechien: Ein erfreuliches Signal

Ein Kommentar von Jürgen Umlauft

Es ist ein historisches Ereignis, das am Pfingstwochenende ansteht. Zum ersten Mal findet der Sudetendeutsche Tag in Tschechien statt. In dem Land, aus dem die Volksgruppe nach dem Zweiten Weltkrieg brutal vertrieben wurde. Rechte und nationale Parteien in Tschechien haben noch in der Vorwoche versucht, das aus der Zivilgesellschaft und von der Gastgeberstadt Brünn mitorganisierte Treffen zu torpedieren. Für sie sind die Sudetendeutschen die Projektionsfläche für antideutsche Ressentiments, die aus dem gewaltsamen Anschluss der damaligen Tschechoslowakei an Hitler-Deutschland resultieren.

Beziehungen tragen inzwischen

Dass das Treffen trotzdem stattfindet, ist Beleg dafür, wie krisenfest die Beziehungen zwischen Bayern und seinem Nachbarn inzwischen sind. Ministerpräsident Markus Söder wird die Veranstaltung als Schirmherr der Sudetendeutschen besuchen, anschließend hat ihn Staatspräsident Petr Pavel demonstrativ zu einem offiziellen Empfang auf die Prager Burg eingeladen. Das ist bemerkenswert, weil die neue rechtspopulistische Regierung unter Andrej Babiš das Treffen in Brünn zu einem Nichtereignis erklärt hat und ihm – anders als ihre Vorgänger – fernbleibt.

Dass die Kontakte inzwischen tragen, ist ein Verdienst des früheren Ministerpräsidenten Horst Seehofer, der abseits jahrzehntelang kultivierter gegenseitiger Schuldvorwürfe eine in die Zukunft gerichtete Politik etabliert hatte. Geholfen hat ihm, dass sich bei den Sudetendeutschen versöhnliche Kräfte durchgesetzt haben und auf kommunaler Ebene ein engmaschiges Netz der Zusammenarbeit entstanden ist.

Zusammenarbeit weiter vertiefen

Trotzdem muss an den Beziehungen weiter gearbeitet werden. Es geht um Jugendaustausch, einen gemeinsamen Wirtschafts- und Forschungsraum, den Abbau alltäglicher grenzüberschreitender Hürden. Je enger die Bande, desto besser für beide Seiten und auch den Zusammenhalt in Europa. Markus Söder hat das erkannt und setzt den pragmatischen Kurs Seehofers fort. Vielleicht werden so Sudetendeutsche Tage auf tschechischem Boden als Treffen der Verständigung und Versöhnung einmal Normalität.

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