Politik

Markus Söder. (Foto: dpa)

25.09.2026

Söder über mögliche Kanzlerschaft: „Die CSU stellt keine Personalfragen“

Weil die CDU im freien Fall ist, wollen manche Bayerns Ministerpräsident Markus Söder als Kanzler – doch der CSU-Chef hält sich zurück

„Totalschaden“, „historische Zeitenwende“ – auf der CSU-Fraktionsklausur im Kloster Banz findet Parteichef Markus Söder drastische Worte für das katastrophale Abschneiden der Schwesterpartei CDU bei den Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin. „Ich rate uns dringend, nicht einfach zu sagen: Weiter so!“, erklärt Söder. Er meint das aber inhaltlich und kommunikativ.

Auf die Frage zur Zukunft von Kanzler Friedrich Merz und nach eigenen Berliner Ambitionen raunt Söder nur knapp, die CSU stelle „keine Personalfragen“. Man brauche jetzt den „Schulterschluss“, und dazu werde die CSU einen „konstruktiven Beitrag“ leisten. Dass in der CDU jetzt „alle aufgewühlt“ seien, sei kein Wunder. „Es geht langsam um die Existenz der Union als Volkspartei“, analysiert Söder.

Als CSU-Chef kann ihm das nicht gefallen. Die CSU steht in Umfragen stabil bei knapp 40 Prozent, aber ohne eine starke CDU reicht das nicht für eine führende Rolle der Union im Bund. Deshalb hat Söder ein paar Tipps für die CDU. „Die Union darf sich nicht zum Hühnerhaufen entwickeln, wo jeder durcheinander rennt“, mahnt er. Als Vorbild nennt Söder die erfolgreiche SPD-Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig, vor allem deren Kampfbereitschaft in Richtung AfD. „Von diesem Kämpferherz brauchen wir auch in der Union mehr“, sagt Söder.

Es müsse Anspruch sein, die AfD „einzuholen und zu überholen“. Dazu brauche die Union überzeugende und ausgewogene Konzepte – bei den Sozialreformen deutet Söder Kompromissbereitschaft in Richtung SPD an – und sie müsse „mehr Nähe zu den Menschen“ suchen. Auch da durfte sich Merz angesprochen fühlen.  (Jürgen umlauft
 

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