Politik

10.08.2018

Die Hitze – nur ein Vorgeschmack

Ein Kommentar von Ralph Schweinfurth

Angesichts von Hitzewelle und Dürre möchte man fast meinen, der Herrgott wolle es den uneinsichtigen Menschen einmal so richtig zeigen. Wenn Feuersbrünste ganze Straßenzüge wie in Siegburg vernichten. Wenn die Ernte ausfällt und damit die Nahrungsmittelversorgung in Schieflage gerät. Wenn irgendwann auch noch die Stromversorgung leidet, weil Kraftwerke ihre Leistung wegen zu hoher Temperaturen in den Flüssen drosseln müssen – sie nutzen die Flüsse für ihren Kühlwasserkreislauf. Dann zeigt das aber vor allem eines: Der Klimawandel ist im vollen Gange.

Es rächt sich, dass der Bund in den vergangenen Jahren zwar eine Strom-, aber immer noch keine Wärmewende eingeleitet hat. Schließlich wird am meisten Energie für die Bereitstellung von Wärme benötigt. Im Verkehrssektor sieht es nicht besser aus. Die E-Mobilität kommt nicht vom Fleck, und Wasserstoff-betriebene Autos will man nicht vorschreiben, weil sich technologieoffen die beste Antriebstechnik durchsetzen soll. So werden weiter Millionen von Benzinern und Diesel jede Menge Treibhausgase wie Kohlendioxid emittieren, bis sich irgendwann etwas in Richtung umweltverträglicher Mobilität für die breite Masse tut.

Klimanwandel: größte Herausforderung für die Menschheit

Von der Dürre am meisten betroffen sind die Landwirte. Ihnen zu helfen, wie Bayern das angekündigt hat, ist richtig. Doch Geld allein wird’s nicht richten. Denn die Scheine kann man weder essen, noch den Tieren als Futter vorsetzen. Grünschnitt ist gefragt, damit die Vierbeiner was zum Beißen haben. Doch der ist gerade in Nordbayern wegen der Trockenheit Mangelware. Deshalb müssen jetzt schnellstmöglich Hilfsnetzwerke unter den Landwirten geknüpft werden, um Grünschnittüberschuss aus Süd- nach Nordbayern zu bringen. Die ersten Ansätze, die es dazu gibt, müssen dringend professionalisiert werden. Richtig und wichtig ist auch, dass Bayern den Bund drängt, eine steuerfreie Risikorücklagenbildung für Landwirte zu etablieren.

Durchsetzen muss sich bei der Politik aber vor allem die Erkenntnis, dass der Klimawandel für die Menschen zur größten Herausforderung wird. Die Hitzewelle ist womöglich nur ein kleiner Vorgeschmack. Forscher warnen bereits vor einer Heißzeit auf der Erde. Leere Versprechen in der Klimapolitik werden sie nicht verhindern.

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Lesen Sie dazu in der Bayerischen ­Staatszeitung vom 17. August 2018 auch die Standpunkte unserer Diskutanten:

Johannes Schnell,
Referatsleiter beim Landesfischereiverband Bayern

(JA)

Leopold Herz, landwirtschaftspolitischer Sprecher der Freien Wähler im Landtag

(NEIN)

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