Politik

Für rund 115.000 Erstklässler beginnt am morgigen Dienstag ein neuer Lebensabschnitt. (Foto: Daniel Naupold/dpa)

09.09.2019

Es geht wieder los für 1,6 Millionen Schüler

Angesichts des Endes der Sommerferien erinnert sich Markus Söder an seinen ersten Schultag - der mit einem großen Missverständnis begann. Bayerns Schulen in Zahlen:

Seine Mutter hat den Erstklässler Markus Söder (CSU) nach der Einschulung auf den Boden der Tatsachen zurückgebracht: Er sei etwas entsetzt gewesen, "als mir meine Mutter am Abend sagte, ich müsse am nächsten Tag wieder hin", sagte der bayerische Ministerpräsident und CSU-Parteichef der "Nürnberger Zeitung". Er sei der Meinung gewesen, "einmal in die Schule zu gehen, reiche." Söder war vor 46 Jahren in seiner Heimatstadt Nürnberg in die Grundschule gekommen.

Die ersten vier Klassen seiner Schulzeit habe er in guter Erinnerung. "Das Schönste war, dass es noch kein Latein gab und damit die Noten noch viel besser waren", sagte der Politiker. Für jede gute Note habe er in der Grundschule etwas Süßes bekommen.

An diesem Dienstag beginnt an den Schulen im Freistaat nach den sechswöchigen Sommerferien wieder der Unterricht. Mehr als 1,6 Millionen Schüler im Freistaat müssen ab Dienstag wieder die Schulbank drücken. Im Vergleich zum Schuljahresbeginn 2018/2019 hat sich damit nach Angaben des Kultusministeriums wenig verändert. Vor zehn Jahren dagegen gab es in Bayern noch 190 000 Schüler mehr. Damit sitzen etwa 13 Prozent der Einwohner Bayerns die Woche über als Lernende im Klassenzimmer. Die große Mehrheit von ihnen - nämlich 79 Prozent - wurden vergangenes Schuljahr an staatlichen Schulen unterrichtet. 356 000 Schüler gehen auf eine kommunale oder private Schule.

1000 neue Lehrerstellen

Dabei könnte es ab Dienstag in dem einen oder anderen Lehrerzimmer wieder voller werden: Für dieses Schuljahr wurden 1000 neue Stellen geschaffen. Insgesamt unterrichten zwischen Hof und Garmisch-Partenkirchen etwa 150 000 Lehrkräfte, von denen 95 Prozent verbeamtet sind. Die Grundschulen bekommen mit 23 Prozent die meisten Lehrerstunden zugewiesen, dicht dahinter folgen die Gymnasien. Das Einstiegsgehalt einer verbeamteten Grundschullehrerin liegt bei 3600 Euro, ein Gymnasiallehrer verdient direkt 4300 Euro.

Im kommenden Jahr entfallen 23 Prozent des Haushalts auf den Bildungsetat. Das sind 13,5 Milliarden Euro. Insgesamt gibt es in den sieben Regierungsbezirken etwa 6000 Schulen mit rund 65 000 Klassen. Bei der durchschnittlichen Klassenstärke hat sich in den Grundschulen (21 Schüler pro Klasse), den Förderschulen (10) den Mittelschulen (19), den Realschulen (25) und den Gymnasien (25) im Vergleich zum letzten Jahr nichts verändert.

Besonders aufregend werden die kommenden Monate wohl für die rund 115 000 Erstklässler, die nun endgültig den Kindergarten gegen das Klassenzimmer tauschen. An mehr als 2400 Grundschulen in Bayern läuten am Dienstag wieder die Pausenglocken. Die Zahl der Erstklässler bleibt seit einem Jahrzehnt weitgehend konstant.

In Bayern schicken 37 Prozent der Eltern ihr Kind nach der Grundschule aufs Gymnasium, 28 Prozent auf die Realschule und 30 Prozent auf die Mittelschule. Die restlichen 5 Prozent sind auf der Förderschule oder sonstigen allgemein bildenden Schulen.

Im vergangenen Schuljahr war rund die Hälfte der Schüler an den allgemeinbildenden Schulen im katholischen Religionsunterricht. Die evangelische beziehungsweise Ethik-Variante wählten je 23 Prozent. Nur ein Prozent nahm am Modellversuch "Islamischer Unterricht" teil.

Bei der Ganztagsbetreuung hinkt Bayern hinterher. Betrachtet man nur die schulischen Angebote - also den offenen und gebundenen Ganztag - werden nur 24 Prozent der Grundschüler ganztägig betreut. Damit liegt Bayern deutlich hinter dem Bundesdurchschnitt von 42 Prozent. Das Ministerium rechnet die einfache Mittags- sowie die Hortbetreuung dazu und kommt so auf eine Betreuungsquote von 56 Prozent.
(dpa)

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