Politik

Ladesäulen für Tesla-E-Autos. Fiat, Opel, Dodge und andere Hersteller sagen jetzt adé zur E-Auto-Zukunft. (Foto: dpa/Rene Traut)

13.02.2026

Es lebe der Verbrenner: Die ersten Hersteller wenden sich vom E-Auto ab

Kommt jetzt die Rückkehr zum Verbrenner? Der Stellantis-Konzern hat die Notbremse gezogen. Der in den Niederlanden ansässige Automobilriese – zu ihm gehören Citroen, Chrysler, Dodge, Fiat, Opel und Peugeot – sagt etliche geplante E-Modelle ab und setzt stärker auf Verbrenner und Hybrid

Kommt jetzt die Rückkehr zum Verbrenner? Der Stellantis-Konzern hat die Notbremse gezogen. Der in den Niederlanden ansässige Automobilriese – zu ihm gehören Citroen, Chrysler, Dodge, Fiat, Opel und Peugeot – sagt etliche geplante E-Modelle ab und setzt stärker auf Verbrenner und Hybrid.

In Deutschland gibt es bislang noch keinen E-Auto-Stopp. Die Hersteller setzen weiterhin auf den Dreiklang aus E-Autos, Hybriden und Verbrennern. Denn die Elektrowende kommt nicht so schnell in Gang wie erhofft. Man werde den Kundinnen und Kunden „weiterhin Neufahrzeuge mit allen Antriebsarten anbieten“, sagt ein Sprecher von Audi der BSZ. Beim Ingolstädter Autobauer geht man davon aus, dass die Übergangsphase zum rein elektrischen Fahren noch bis zu zehn Jahre dauern wird.

Ähnlich verfährt man beim Münchner Konkurrenten BMW. „Anders als andere Hersteller legen wir uns nicht auf einzelne Segmente oder Antriebsformen fest“, so ein Unternehmenssprecher. Jeder Kunde bekomme den neuesten Stand der Technik. Ab 2028 sei deshalb der BMW X5 auch mit Wasserstoffantrieb erhältlich. Ein Strategieschwenk sei nicht geplant.

Erbitterte Gegner des Verbrenner-Aus

Die CSU sowie Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) sind weiterhin erbitterte Gegner des geplanten Verbrenner-Aus. Aiwanger fordert „endlich echte Technologieoffenheit statt grüner Wunschpolitik“: Die Menschen sollten die Antriebssysteme frei wählen können, sagt Aiwanger der BSZ.

Zwar wurde inzwischen das für 2035 geplante Verbrenner-Aus der EU etwas aufgeweicht. Anstelle der geforderten kompletten CO2-Freiheit sollen Neuzulassungen ab 2035 „nur“ noch eine Senkung um 90 Prozent erreichen. Das bedeutet also keineswegs einen freien Markt für Verbrenner ohne Klimavorgaben. Ohnehin muss das alles erst noch durchs EU-Parlament und von den EU-Mitgliedsstaaten bestätigt werden. 

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) hat deshalb bereits gefordert, dass Technologieoffenheit in der Praxis auch realisierbar sein müsse. Denn durch die neuen EU-Vorschläge drohen laut VDA für die deutsche Automobilindustrie neue Hürden, neue Belastungen, neue Bürokratie. Eine CO2-Reduzierung um 10 Prozent, die an den Einsatz von grünem Stahl bei der Autoherstellung und den Einsatz von E-Fuels gekoppelt wird, ist für den VDA keine Entlastung.

Dudenhöffer fordert Planbarkeit

Automobilexperte Ferdinand Dudenhöffer versteht das Hin und Her eh nicht. Er fordert Planbarkeit für die Autoindustrie. Die Stellantis-Entscheidung nimmt er kopfschüttelnd zur Kenntnis: Für ihn ist das eine Anbiederung an die Politik von US-Präsident Trump. Seit dieser amtiert, „will keiner mehr E-Autos, der Sprit ist weiterhin günstig, Klimawandel gibt es nicht“, resümiert Dudenhöffer.
Derweil schwächelt der Automarkt in Deutschland weiterhin. Laut Kraftfahrt-Bundesamt wurden im Januar 2026 insgesamt 193.981 Pkw neu zugelassen – ein Minus von 6,6 Prozent gegenüber dem gleichen Monat des Vorjahres (Januar 2025). Am stärksten vertreten waren im Januar die Hybride mit 58.206 Neuzulassungen, gefolgt von 43.695 Benzinern. Auf Platz 3 lagen E-Autos mit 42.692 Zulassungen, gefolgt von Dieselfahrzeugen mit 27.309 Neuanmeldungen. Schlusslicht waren mit 21.790 Plug-In-Hybride.

Die Bundesregierung hat erneut ein Förderprogramm zum E-Autokauf etabliert. Die deutsche Autoindustrie wird davon indes kaum profitieren. Denn deren E-Autos sind schlicht zu teuer. Selbst der für rund 25.000 Euro angekündigte VW Polo ist angesichts des Dacia Spring für 16.900 Euro keineswegs günstig.
(Ralph Schweinfurth)

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